Große Höhe - Starten oder am Boden bleiben? – Das war die Kardinalfrage am Montagmorgen in den Räumen des Luftsportvereins Delmenhorst. Allen teils dunklen Wolken und Böen zum Trotz: „Starten“ hieß um 10.55 Uhr die Entscheidung – die Qualifikationsmeisterschaften der Junioren für die Deutschen Segelflugmeisterschaft 2014 konnten beginnen. Was die Organisatoren um Wettbewerbsleiter Achim Gesierich und Sportleiter Hartmut Schlüter da noch nicht wussten: Es sollte ein holpriger Auftakt werden – mit Außenlandungen.
Zum vierten Mal hatte es der Luftsportverein übernommen, die Qualifikation auf seinem Gelände auf der Großen Höhe zu organisierten– und zwar in der Clubklasse und der (leistungsstärkeren) Standardklasse. Weitere drei Qualifikationen finden an anderen Orten der Republik statt. 37 Teams, bestehend aus dem Piloten und Helfern, hatten sich für den Wettbewerb auf der Großen Höhe gemeldet und für die nächsten 14 Tage am Rande des Segelflugplatzes ihre Zelte aufgeschlagen.
Die bis 25 Jahre alten Piloten seien großenteils mit Vereinsflugzeugen angereist, „gut betuchte“ auch mit dem eigenen Segelflieger, wie Vereins-Pressewart Gunthard Münch erklärte. Die meisten Teilnehmer stammen aus Niedersachsen. Eine Ausnahme: Lisa Scheller aus München, die mangels gefundener Helfer ein „Ein-Frau-Team“ bildet.
Ihr vierter Wettbewerb sei das, berichtete die 20-Jährige, während sie mit Klebestreifen bei ihrer Maschine die Fugen zwischen Rumpf und Flügeln abdichtete. Nein, nervös sei sie allenfalls direkt beim Start. Worin denn der Kick besteht? „Die Herausforderung ist, dass man aus dem Wetter das Bestmögliche herausholen muss.“ Es sei absolut nicht egal, „ob man die eine Wolke nimmt oder die andere“. Es sei schon ein tolles Gefühl, „über die Landschaft zu brausen“. Und ihr Ziel? „Ich würde mich gern qualifizieren.“
Wegen des eher bedeckten Himmels legten die Veranstalter für Flugtag Nummer eins eine eher kürzere Route fest: Über eine gedachte Startlinie über Wildeshausen wurde in Richtung Quakenbrück geflogen, danach in Richtung Harpstedt und zurück zur Großen Höhe.
Kaum hatte Achim Gesierich die Aufgabenbögen verteilt, kam Bewegung aufs Flugfeld: Es sei „ein Heidenaufwand“, mit zwei Winden alle 37 Segelflieger in eine Ausklinkhöhe von 450 Meter zu bringen, erklärte Münch, der am Steuer eines der beiden Seil-Rückhol-Fahrzeuge saß.
Am Nachmittag war die Bilanz durchwachsen. In der Standardklasse habe man den Tag als Flugtag werten können, berichtete Münch. Allerdings habe es drei oder vier Außenlandungen gegeben, die am weitesten entfernte bei Löningen. Für die Clubklasse sei der Tag nicht als Flugtag gezählt worden.
Die Qualifikationsmeisterschaften laufen bis zum 14. Juli. Damit die Ergebnisse gültig sind, müssen bis dahin mindestens vier Flugtage stattfinden.
