Varel - Nach nur einem mageren Punkt aus den letzten fünf Spielen stehen die Drittliga-Handballer der HSG Varel-Friesland in der Nordstaffel nun auswärts vor einer ganz großen Herausforderung. Das Team von Trainer Andrzej Staszewski reist an diesem Sonnabend (18 Uhr) zum klar favorisierten Tabellenzweiten HF Springe

„Wir treffen auf den zweiten Aufstiegskandidaten neben dem Wilhelmshavener HV“, weiß Staszewski natürlich um die Schwere der Aufgabe bei den Handballfreunden aus Springe. „Sie verfügen fast auf allen Positionen über große Erfahrung, die wir leider nicht haben.“

Das war zuletzt auch im Heimspiel gegen den OHV Aurich (26:26) wieder deutlich geworden, als sich die Friesen im Nordderby vor heimischer Kulisse angesichts eines Vier-Tore-Vorsprungs fünf Minuten vor dem Abpfiff schon auf der Siegerstraße wähnten, sich durch zwei Gegentreffer in den letzten 40 Sekunden aber noch einen wichtigen Zähler abluchsen ließen.

„Wir haben dennoch unter der Woche versucht, das Positive aus diesem Nordderby herauszuziehen“, berichtet Staszewski von „sehr guten Trainingseinheiten“ unter der Woche. „Wir haben daher auch keine Angst vor Springe, sondern werden versuchen, dort wieder unser Bestes zu geben – zumal wir beim Tabellenzweiten sowieso nichts zu verlieren haben.“ Sorgen bereiten dem HSG-Trainer allerdings die möglichen Ausfälle von Jonas Schweigart und Till Schinnerer (beide Grippe).

In Springe kommt es an diesem Sonnabend zum Kräftemessen des besten Angriffs (327 Saisontreffer in 10 Spielen) mit der besten Abwehr (231 Gegentreffer in 9 Partien). „Vor allem die rechte Angriffsseite der Springer ist toll besetzt“, sagt Staszewski mit Blick auf wurfgewaltige Akteure wie Nils Eichenberger, Pawel Pietak, Claus Karpstein oder den ehemaligen Vareler Tim Coors, der vor der Saison vom Erstliga-Aufsteiger SG BBM Bietigheim zu den Handballfreunden gewechselt war und nun gegen seinen alten Club besonders motiviert sein dürfte.

Weitere Springer Leistungsträger sind der erfahrene Keeper Ariel Panzer sowie Linksaußen Fabian Hinz. Das Spiel des Tabellenzweiten ist vor allem auf Tempohandball ausgelegt. Über die erste und zweite Welle sowie die schnelle Mitte versucht Springe, zu einfachen Toren zu kommen. „Daher ist das schnelle Umschalten von eigenem Angriff auf Abwehr das beste Mittel, um einfache Gegentreffer zu vermeiden und den großen Favoriten ein bisschen zu ärgern“, sagt Staszewski.

Derweil hat der Gästetrainer und frühere Nationalspieler Sven Lakenmacher seine Mannen davor gewarnt, die Vareler angesichts des 13. Tabellenplatzes auf die leichte Schulter zu nehmen: „Es wäre absolut fahrlässig, unseren kommenden Gegner zu unterschätzen.“ Allerdings habe sich seine Mannschaft in den letzten Spielen „immer mehr gefestigt und sich eine Menge Selbstvertrauen geholt“. Das wiederum, kann man von den Varelern nicht sagen.

Henning Busch
Henning Busch Redaktion Friesland (Lokalsport)