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NWZonline.de Sport

FUßBALL: HSV-Trainer Doll zieht Hoffnung aus Unentschieden

02.10.2006

FRANKFURT /MAIN FRANKFURT/MAIN/DPA - Nach dem zwölften sieglosen Saison-Pflichtspiel in Serie und dem Sturz auf einen Abstiegsplatz flüchteten sich die Verantwortlichen des Hamburger SV in Durchhalteparolen. „Ich stecke den Kopf nicht in den Sand. Wir werden da unten gemeinsam rauskommen. Davon bin ich felsenfest überzeugt“, sagte Thomas Doll nach dem 2:2 (0:1) bei der ungeschlagenen Eintracht Frankfurt. HSV-Vorstandschef Bernd Hoffmann stärkte seinem Trainer demonstrativ den Rücken: „Wir stehen das gemeinsam durch. Zwischen uns passt kein Blatt Papier.“

Zwei Jahre nach seinem Amtsantritt ist Doll an Punkt Null angelangt. Im Oktober 2004 hatte er den HSV auf einem Abstiegsplatz übernommen und danach bis in die Champions-Liga geführt. „Das ist eine schwierige Situation, in der ich mich als junger Trainer erstmals befinde. Für mich ist wichtig, dass ich auch in einer solchen Phase Ruhe ausstrahle und vorneweg gehe“, bekannte Doll.

In Frankfurt setzte der 40- Jährige verstärkt auf die Jugend. In den 90 turbulenten Minuten bewies sein Team Moral und Leidenschaft. Zweimal geriet der HSV vor 51 500 Zuschauern durch Tore von Alexander Meier (36.) und Ioannis Amanatidis (58.) in Rückstand, zweimal schlugen die Hanseaten durch Danijel Ljuboja (51.) und Boubacar Sanogo (69.) zurück. „Es war wichtig, dass von der Niederlage in Moskau nichts hängen geblieben ist und die Mannschaft an sich geglaubt hat. Wir können viele positive Dinge mitnehmen und mit erhobenem Kopf nach Hause fahren“, lobte Doll.

Allerdings musste er ein Wechselbad der Gefühle über sich ergehen lassen, denn der Punktgewinn hing in der Schlussphase am seidenen Faden. Zunächst rettete HSV-Torwart Sascha Kirschstein bravourös gegen Michael Thurk, dann verfehlte der Ex-Hamburger Naohiro Takahara in letzter Sekunde aus Nahdistanz das Tor. „Da ist mir einiges durch den Kopf geschossen“, bekannte Doll. Auch Manndecker Bastian Reinhardt, der in der 39. Minute mit einem Muskelfaserriss ausschied, räumte ein: „Es war Glück für uns dabei.“

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