HUDE - Sie ist mittlerweile legendär in der katholischen Gemeinde St. Marien Hude: Pfarrer Steffens Sternenkunde-Nacht. Seit 1994 lädt Norbert Steffen Kommunionkinder, Messdiener sowie Sternsinger und Lektoren ins Gemeindehaus ein, um mit allen gemeinsam eine Reise ins Weltall zu machen.

Die Geheimnisse des Sternenhimmels fesseln den Geistlichen seit der Kindheit, für ihn gehört das Staunen über das Weltall zum Glauben dazu. Schon immer hat sich Steffen intensiv mit der Sternenkunde beschäftigt und seine Kenntnisse laufend vertieft. Sein Studium hat der Sternenkundler mit einer Magisterarbeit über Nikolaus Kopernikus abgeschlossen. „Kopernikus, 1473 geboren, war Domherr, Jurist und praktizierender Arzt, aber seine freie Zeit widmete er der Mathematik und der Astronomie“, schwelgt der Pfarrer in seinem Lieblingsthema. Den Gelehrten habe es damals unendlich viel Mühe gekostet, sein Weltbild zu erklären, er konnte die Beweise ja noch nicht erbringen, weil ihm dazu das Werkzeug fehlte.

Schon immer sei es ihm ein wichtiges Anliegen gewesen, betont der katholische Pfarrer, den Glauben an Gott „anhand der Schönheit des Universums und der Sterne zu vermitteln“. Der Hobby-Astronom hat aber auch Verständnis dafür, dass die wenigsten Kinder Lust haben, langen Vorträgen und philosophischen Betrachtungen über den Kosmos zu lauschen. Das hat ihn erfinderisch gemacht. „Kinder wollen Legenden hören“, so der Pfarrer.

Und so nutzt er die Freude und den Spaß der Kinder am Entdecken aus. Das „Geheimrezept“ für die beliebte Sternenkunde-Nacht im katholischen Gemeindehaus ist der gelungene Mix aus Theorie, Praxis, Spiel und Spaß. Und das alles in fröhlicher Gemeinschaft. Fast 50 Kinder rückten zur diesjährigen Sternenkunde mit Luftmatratzen und Schlafsäcken im Gemeindehaus an und begannen die lange Nacht mit einem Gottesdienst. Es folgten Erläuterungen an Schautafeln und am Abendhimmel sowie Bastelangebote. Höhepunkt war die obligatorische Nachtwanderung zur „Geisterstunde“ mit Fackeln und Taschenlampen über den Friedhof und auf den Glockenturm. Erst gegen 1 Uhr kehrte Ruhe ein im Gemeindehaus, nach „getaner Arbeit“ zog sich ein jeder erschöpft, aber wohlig müde, in seinen Schlafsack zu einem rechtschaffenen Schläfchen zurück.

Bei der Bändigung der Kinderschar halfen dem Sternen-Pfarrer die Gruppenleiter Frede Bley (18), Maurus Haskamp (17), Lukas Haskamp (17), Annalena Klostermann (17), Lukas Schweers (17), Sebastian Suhr (17), Nico Weisensee (19) und Anna Woithe (19), die sich alle noch gut an ihre eigene „erste Sternenkunde-Nacht“ erinnern.