HUDE/FALKENBURG - Das Können eines Handballtrainers zeigt sich unter anderem auch darin, dass er eine Auszeit nimmt, wenn es dem Team dienlich ist. Gemessen daran, ist die Trainerin des Tabellenführers der Oberliga der Frauen, Inge Breithaupt, eine Gute. Just in dem Moment, als ihrer Mannschaft ein vielleicht spielentscheidender deutlicher Rückstand im Heimspiel gegen TV Oyten II drohte, zückte sie die grüne Karte. Ihre Worte fanden Gehör. Die HSG drehte auf, kippte das Spiel und siegte am Ende 35:26 (18:11).
„Wir wären schön blöd, wenn wir die Meisterschaft jetzt noch verspielen“, kommentierte Matchwinnerin Andrea Klahn die Lage ihres Teams, das weiter vier Punkte Vorsprung hat. Klahn war bis zu ihrer Auswechselung (52.) der alles überragend Rückhalt. Beeindruckende 16 allerbeste Chancen der Gäste entschärfte sie. Mit ihr im Rücken steigerte sich das gesamte Team kontinuierlich.
Vor allem in den ersten 20 Minuten brauchten die HSGerinnen die Hilfe ihrer Torfrau, denn die offensive 6:0-Abwehr bot erhebliche Lücken und bekam Kim Pleß im TV-Rückraum bis dahin gar nicht in den Griff. Als die HSG nach einer 8:7-Führung 11:13 ins Hintertreffen geriet, zog Breithaupt die Karte. Katrin Freese und später Marilena Niemann arbeiteten fortan vor der Abwehr und standen Pleß auf den Füßen. Damit wurde Oyten die Offensivkraft genommen. Und was noch aufs Tor kam, war sichere Beute von Anja Klahn. Bis zur Pause setzte sich die HSG durch sehenswertes Tempospiel vorentscheidend ab.
In der Anfangsphase des zweiten Abschnitts konnten sich die Gäste phasenweise noch Hoffnung auf ein besseres Ergebnis machen, weil die HSGer in der Offensive zu überhastet abschlossen. „Hier sehe ich noch Handlungsbedarf“, war Breithaupt in dieser Phase nicht mit der Leistung ihrer Spielerinnen zufrieden. Zu statisch hätten sie agiert und seien nicht dem Ball entgegen gegangen.
Das änderte sich dank einer immer besser werdenden Abwehr nach 45 Minuten (22:19). Wiederholt wurden Bälle des Gegners abgefangen und durch bedingungsloses Tempospiel zum Ausbau der Führung genutzt. Oyten hatte keine Chance mehr aus dem Angriffswirbel der HSG herauszukommen. Es passte jetzt alles bei den Gastgeberinnen, bei denen Niemann erneut eine starke Partie bot, und bei denen Auswechselungen keinen Einfluss aus den Spielfluss hatten. Auch ein Pfund, mit dem Breithaupt wuchern kann.
