HUDE - „Haltet den Ball flach!“, „Nicht bolzen, abspielen!“ – immer wieder ruft Lothar Lischewski Anweisungen aufs Spielfeld. Dort spielen 30 Kinder und Jugendliche im Alter von neun bis 19 Jahren der Förderschule Vielstedter Straße unter Lischewskis Regie ein Mini-Turnier. Auf drei kleinen Fußballfeldern kicken sechs Teams um Auf- und Abstieg in der Champions Liga, Bundesliga und Zweiten Liga. Während Lischewski das Training anleitet, gibt Uli Seidel am Rand dem Lehrerkollegium um Sportkoordinatorin Miriam Straßberger Tipps.
Gemeinsam sind die Trainer mit dem DFB-Mobil unterwegs. „In den vergangenen drei Jahren haben wir bei 360 Vereinen Station gemacht und 120 000 Kilometer im Weser-Ems-Bezirk zurückgelegt“, berichtet Seidel. Vier Termine haben Lischewski und er allein in dieser Woche. Nach den Vereinen dehnt der DFB sein Förderprogramm nun auch auf Schulen aus. Den Kontakt zwischen der Huder Förderschule und dem DFB hatte Werner Scheffer, der an der Schule als Integrationshelfer arbeitet, hergestellt.
Dass die Altersspanne der Förderschüler so breit ist, stellt für die DFB-Trainer kein Problem dar. „Darauf kann man sich einstellen“, sagt Seidel, der als Sportlehrer sowohl an Gymnasien als auch an Beschützenden Werkstätten gearbeitet hat. Wichtig ist ihm, Bewegungsabläufe zu schulen, den Kindern ein Gefühl für den Fußball zu vermitteln. „Koordinative Übungen machen 70 Prozent des Trainings aus“, erläutert der Coach. Mit ihrer Tour durch Schulen wollen Seidel und Lischewski auch bei den Sportlehrern neue Impulse auslösen: „Wir möchten zeigen, wie mit wenig Material abwechslungsreicher Sportunterricht mit dem Schwerpunkt Fußball angeboten werden kann.“
An der Schule Vielstedter Straße steht Fußball ohnehin hoch im Kurs: „In jeder großen Pause wird den Schülern die Möglichkeit gegeben, sich eine halbe Stunde beim Fußball auszupowern“, sagt Lehrer Hannes Berding.
Beim Abschlussturnier des DFB-Trainings fallen jede Menge Tore. Alle sind Sieger. Gewonnen hat der Fußball. „Hat Spaß gemacht“, ruft eins der zehn beteiligten Mädchen nach dem Ende der 75-minütigen Trainingseinheit.
