HUDE - Die beiden Gruppen trainieren immer dienstags. Medizinische und sportwissenschaftliche Erkenntnisse finden stets Berücksichtigung.

Von Katrin Bendel

HUDE - „Wir machen hier keine Fingerspiele“, sagt Edda Grüter. Die Fachübungsleiterin für Rehabilitationssport leitet, unterstützt von Udo Wengenroth und Joachim Greindl, die beiden seit 1998 bestehenden Herzsport-Gruppen der Reha-Sportgruppe Hude. Dachorganisation der Gruppe ist der Behinderten-Sportverband Niedersachsen (BSN).

Vielmehr seien die Anforderungen an Konzentration und Koordination bei den Übungen sehr hoch. Im Vordergrund jeder Übungsstunde steht jedoch der Spaß an gemeinsamen sportlichen Aktivitäten, wobei medizinische und sportwissenschaftliche Erkenntnisse über Herz-Kreislauf-Erkrankungen stets Berücksichtigung finden. Außerdem möchte die Reha-Sportgruppe mit Gesprächen über Alltagsprobleme den Herzsportlern sozialen Rückhalt bieten.

Das Besondere am Herzsport ist vor allem der Organisationsrahmen: In jeder Übungsstunde müssen ein Arzt und eine Notfallausrüstung, zu der auch ein Defibrilator gehört, dabei sein. Derzeit wechseln sich Sigrid Wronski und Dr. Dörte Huber vom Reha-Zentrum Oldenburg-Kreyenbrück bei der medizinischen Überwachung der Herzsportgruppen ab. „Wir kennen den Reha-Sport aus der Klinik und treffen hier auch manchmal ehemalige Patienten wieder“, sagt Sigrid Wronski. Am Anfang und am Ende misst die Ärztin auf Wunsch Blutdruck und Puls der Sportler und greift in Notfällen wie etwa Herzrythmusstörungen ein. Jeder Teilnehmer hat aber auch selbst seine Belastungsfähigkeit vor jeder Übungsstunde per Blutdruck- und Pulsmessung zu überprüfen. Während der Übungsstunde erfolgen wegen der im Verlauf steigenden Belastung weitere Kontrollen.

In zwei Gruppen wird bei der Reha-Sportgruppe Hude Herzsport getrieben: in einer Übungsgruppe und in einer Trainingsgruppe. Unterscheidungskriterium ist die Belastungsfähigkeit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Wer weniger als 75 Watt pro Kilogramm Körpergewicht am Fahrradergometer schafft, besucht die Übungsstunden (derzeit 18 Teilnehmer). Wer mehr schafft, geht zu den Trainingsstunden (derzeit zehn Teilnehmer).

Ziel des Sports ist es, den einzelnen Teilnehmer so weit zu schulen, dass er selbstständig in der Lage ist, seine derzeitige Belastung und Belastungsfähigkeit abzuschätzen. Darüber hinaus lernen die Herzsportler, mit Hilfe von Entspannungstechniken Stress zu erkennen und zu bewältigen.

Das Angebot der Herzsportgruppen richtet sich insbesondere an Personen, die einen Herzinfarkt oder eine Bypass-Operation hinter sich haben oder unter Herzrhythmusstörungen, Klappenfehlern oder Bluthochdruck litten bzw. leiden. Um am Herzsport teilnehmen zu können, ist eine ärztliche Verordnung erforderlich.

Die derzeitigen Teilnehmer sind im Alter von Anfang 40 bis Ende 70 und trainieren immer dienstags von 17 bis 17.45 Uhr (Übungsgruppe) und von 18 bis 18.45 Uhr (Trainingsgruppe) in der alten Halle an der Jägerstraße. Die wichtigsten Voraussetzungen, um Herzerkrankungen zu vermeiden, sind laut Ärztin Sigrid Wronski übrigens 1. nicht zu rauchen und 2. regelmäßig Sport zu treiben.