HUDE/GETAFE - Mit „Schweini“ hat er rumgealbert, mit „Titan“ Kahn Buletten geschlemmt, mit Uli Hoeneß geschnackt und mit Luca Toni sich auf einem Foto verewigen lassen: Manuel Lippka war in Getafe dabei. Eigentlich war er sogar mehr als nur dabei. Der Huder war mittendrin, als sich Bayern München am Donnerstagabend mit einem 3:3 in der 119. Minute ins Uefa-Cup-Halbfinale geschossen hat.
Manuel Lippka hatte sich bei seinem Lieblings-Fußballclub als Fanreporter beworben (NWZ berichtete). Am Dienstag saß er im Flieger nach Madrid. Am Mittwoch stand er mit den Bayern-Stars auf dem Rasen beim Abschlusstraining vor dem Spiel. Mit Trainer Ottmar Hitzfeld konnte er sprechen. Auch Uli Hoeneß hat sich viel Zeit für den Huder genommen, der dem eisernen Bayern-Fan in einer Werder-Bremen-Hochburg Respekt zollte.
Mit einem Kamerateam war Lippka unterwegs. Er gab Interviews, führte Interviews, knippste Fotos und wurde abgelichtet. Im spanischen Radio war der Deutsche zu hören, im Fernsehen war er zu sehen. Abenteuer über Abenteuer – und das alles im Stundentakt.
Doch all das war für den 28-Jährigen nichts im Vergleich zu dem Gefühl im Stadion beim Spiel: Manuel Lippka sitzt auf der Vip-Tribüne inmitten der Bayern-Sponsoren. Die Stimmung ist zurückhaltend, Fangesänge kommen aus den anderen Blöcken der Tribüne. Etwas steif geht es dort zu. Beim ersten Gegentor fällt der Fanreporter in ein Stimmungstief. Das große Zittern beginnt. Beim Ausgleich in der 89. Minute: Hoffnung und verhaltener Jubel – schließlich springt von den Sponsoren ja auch keiner vor Freude von seinem Platz. Beim 3:3 brechen alle Dämme. Manuel Lippka schreit, jubelt, tanzt, flippt aus: „Ich hätt’ den Pfeiler abknutschen können.“
Für den Huder war dieses Spiel das eine Fußballduell, das er niemals vergessen wird, das „viel besser als ein Lottogewinn ist“. Nach dem Spiel ist Manuel Lippka beim Bankett dabei. Dort lernt er dann auch Kai Pflaume kennen, mit dem er sich eine Weile unterhält und ein weiteres Foto macht. Die Spieler laufen noch aus, kommen dann nach dem Duschen hungrig ans Büfett. Der Huder gesellt sich zu Oliver Kahn, der vor der Platte mit den Buletten feststellt: „Von dem Spiel spricht man noch in zehn Jahren.“
