HUDE - Wenige Minuten waren im Herren-Finale gespielt, und Moritz Tschörtner schüttelte nur noch den Kopf. Der vor dem entscheidenden Match so gelöst wirkende Lokalmatador aus Hude haderte mit seinem Spiel. Zu Recht: Sein Gegner aus den Niederlanden, Martin van der Heuvel, versenkte einen Spielstein nach dem anderen mit atemberaubender Sicherheit im Ziel.
Da nützte auch der anfeuernde Applaus des fachkundigen Publikums darunter Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann, Bürgermeister Axel Jahnz und Landtagsabgeordneter Ansgar Focke nichts. Bis auf 12:2 zog der Favorit im orangefarbenen T-Shirt davon.
Doch dann kam plötzlich Sand ins Getriebe. 12:4, 12:6, 14:8 Tschörtner gelang plötzlich (fast) alles, sein Gegner zeigte Nerven. Moritz, Moritz-Rufe schallten von der voll besetzten Tribüne.
Am Ende reichte es nicht ganz zur Sensation. Nach 45 Minuten fing sich Martin van der Heuvel und versenkte die Scheibe zum entscheidenden 16:8 in der Box. Auch in der Niederlage zeigte der 26-jährige Tschörtner vorbildliche Fairness. Arm in Arm gratulierten sich beide Spieler, dann strömten die Fans aus den Niederlanden und Deutschland auf sie ein.
Er war zu stark, räumte der Huder Vize-Weltmeister freimütig ein. Gott sei Dank habe ich am Ende ein bisschen was getroffen. Momentan ärgere er sich noch über die verpasste Chance auf den WM-Titel, gestand Tschörtner auf Nachfrage derNWZ
. Aber in zehn Minuten freue ich mich sicher schon. So kam es dann auch. Als der Innenminister bei der Siegerehrung die Pokale an die besten Teams und Einzelspieler überreichte, grinste der Huder wie alle anderen Spieler übers ganze Gesicht.
Die WM wurde klar von den Niederlanden dominiert. Bei den Teams siegten die Oranje-Hemden vor Deutschland und Surinam. Im Frauen-Einzel ließ Geesje van der Linde der Belgierin Simone Frijlink beim 13:0 nicht den Hauch einer Chance. Dritte wurde mit Nelly Eekhof ebenfalls eine Niederländerin. Bei den Männern machte Landsmann Siem Oostenbrink den Triumph perfekt.
