Hude/Hundsmühlen - Mächtig strecken mussten sich die Tischtennisspieler des TV Hude bei ihrem Doppelprogramm am Wochenende: Sowohl der 9:7-Auswärtssieg gegen Eintracht Hittfeld am Samstag als auch das 9:3 beim Hundsmühler TV 22 Stunden später war hart umkämpft.

Eintracht Hittfeld - TV Hude 7:9. „Hittfeld kann uns und jeder anderen Mannschaft – wenn sie in Bestbesetzung spielen – gefährlich werden“, hatte Felix Lingenau vor dem Duell gegen den langjährigen Rivalen gemutmaßt. Der Huder Kapitän sollte Recht behalten: Er und seine Mitstreiter mussten sich ziemlich strecken, um nach exakt vier Stunden einen hart erkämpften Auswärtssieg und mit 10:0 Zählern die vorübergehende Tabellenführung bejubeln zu können.

„Die Hittfelder haben vermutlich das einzige Mal in dieser Saison mit ihren Nummern eins bis fünf gespielt“, so Lingenau. Insofern stand den Hudern eine schlagkräftige Truppe gegenüber, unter anderem im mittleren Paarkreuz mit dem ehemaligen Huder Immanuel Mieschendahl. Gleich nach den Auftaktdoppeln, von denen die Gäste nur eines gewannen, lief der Titelanwärter einem Rückstand hinterher. Lingenau mit einem 3:1 gegen Rico Buchholz, Gerrit Meyer mit einem klaren 3:0 gegen Mieschendahl sowie der wieder genesene Christopher Imig und Uwe Schmitt sorgten nach dem ersten Einzeldurchgang für die erstmalige Führung – 5:4.

Auch danach blieb es spannend. Hittfeld lag zwischenzeitlich 7:6 vorn, und Hude stand mit dem Rücken zur Wand. Auf das untere Paarkreuz war allerdings Verlass, denn Schmitt und Imig brachten den TVH wieder mit 8:7 in Front. Den Rest erledigte das stark aufgelegte Schlussdoppel: Henke und Meyer setzten sich gegen Ralf Schweneker und Kay Ludewig in vier Abschnitten durch und sind mit einer 6:0-Doppelbilanz weiter ungeschlagen.

Hundsmühler TV - TV Hude 3:9. „Das war ein hartes Stück Arbeit. Das Match war sehr intensiv, es gab viele packende Spiele – aber so macht es auch Spaß“, meinte Lingenau nach dem zweiten Auswärtssieg des Wochenendes erleichtert. Für die Gastgeber hatte er ein Extralob parat. „Hundsmühlen hat eine richtig starke Leistung gezeigt.“ Kaufen konnten sich die als Außenseiter in die Partie gestarteten Hausherren dafür zwar nichts, dennoch zeigten sie sich nicht unzufrieden. „Für uns als Aufsteiger war es ein Bonusspiel. Jeder Punkt bringt uns weiter, und mit dem 3:9 können wir gut leben“, sagte HTV-Mannschaftsführer Marek Janssen.

Dabei sollten sich die Befürchtungen von Hundsmühlens Abteilungsleiter Arno Kampen („Ich hoffe mal, dass wir überhaupt einen Punkt bekommen“) nicht im Ansatz bewahrheiten. Denn die Gastgeber hielten von Anfang an stark dagegen. Zwar gewannen die Huder die ersten beiden Doppel, doch Jürgen Jesse/Andre Meyer verkürzten mit einem überzeugenden Auftritt auf 1:2. Einen entscheidenden Vorteil hatten die Gäste anschließend im oberen Paarkreuz, wo Florian Henke und Felix Lingenau die Optimalausbeute von vier Zählern gegen Marek Janssen und René Clauß einfuhren.

Dennoch blieben die Hundsmühler zunächst noch dran. Dabei entwickelte sich das Duell zwischen Jürgen Jesse und Gerrit Meyer zum Spiel des Nachmittags. Jesse stellte sich nach anfänglichen Problemen immer besser auf das Noppenspiel des Huders ein. Im vierten Satz wehrte er beim Stand von 9:10 einen Matchball ab und drehte das Spiel auf spektakuläre Art und Weise (11:8 im fünften Satz). Parallel dazu setzte sich Johannes Siepker gegen Uwe Schmitt in einem weiteren Fünfsatzkrimi durch – und der HTV witterte beim Zwischenstand von 3:4 Morgenluft.

Sogar der Ausgleich lag danach in der Luft, doch Andre Meyer ließ gegen Christopher Imig im vierten Durchgang (14:16) Matchbälle liegen und unterlag auch im fünften Satz in der Verlängerung (10:12). „Das war ein ganz wichtiger Punkt für uns“, wusste Lingenau. Er selbst sowie Ersatzmann Dietmar Scherf stellten mit den einzigen 3:0-Einzelsiegen das Ergebnis auf 7:3. Damit hatten die Huder endgültig den Kopf aus der Schlinge gezogen. Hundsmühlen kämpfte zwar tapfer weiter, letztendlich mussten aber auch Janssen (2:3 gegen Henke) und Siepker (1:3 gegen Gerrit Meyer) in Niederlagen einwilligen.