HUDE - „Ich hab’ mich einfach richtig viel bewegt, ich glaube, das war mein Vorteil“, sagt Gisela Langen. Gerade hat sie Konkurrentin Martha Willke im Halbfinale bei den Deutschen Senioren-Meisterschaften im Tischtennis im 30-minütigen Spiel geschlagen. So lange dauert jedes Spiel des Turniers, nicht nur in der Altersklasse der Senioren 80.
Gisela Langen ist noch ganz aufgeregt und freut sich wie eine junge Frau über ihren Sieg. Die 82-Jährige hat es ins Finale geschafft. Sie ist eine von 493 Teilnehmern, die am Pfingstwochenende in der Mehrzweck- und der Jahnhalle am Huder Bach ihr Können gezeigt haben. Der sportliche Werdegang eines jeden Teilnehmers ist unterschiedlich. Gisela Langen hat ihre Tischtennislaufbahn mit 21 Jahren begonnen. „Damals haben wir in einem alten Tanzsaal Tischtennis gespielt“, denn eine eigene Halle habe es damals noch nicht gegeben. Zwei Jahre spielte sie damals, dann kam die Familie: 25 Jahre legt sie den Sport auf Eis und zog ihre vier Kinder groß.
Als sie 48 Jahre alt war, entdeckte Gisela Langen Tischtennis wieder für sich. Seitdem spielt sie im SC Bayer Uerdingen. Vor sechs Jahren wurde sie in Bremen Weltmeisterin der Senioren, in den vergangenen beiden Jahren verteidigte sie ihren Titel als Deutsche Meisterin der über 80-Jährigen.
Gisela Langen kennt ihre Finalgegnerin Waltraud Zehne ganz gut, will aber keine Prognose abgeben. Langen gönnt ihrer Konkurrentin einen Sieg. Der früheren Weltmeisterin, die in den vergangenen 34 Jahren die halbe Welt bereist hat, genügt die Teilnahme. Sie genießt dieses Leben. „Bei der Abschiedsfeier haben wir den ganzen Abend getanzt“, berichtet sie.
Jeden Dienstag und Mittwoch trainiert sie in ihrem Verein in der Nähe von Krefeld. Ein Auto hat sie nicht, dafür benutzt sie lieber das Fahrrad. So hält sich die 82-Jährige eben so fit, dass sie im Halbfinale uneingeschränkt überzeugen kann.
Doch für den Siegertitel reicht es dieses Mal nicht. Sie verfehlt knapp ihren dritten Titel in Folge. Nach dem Endspiel geht es für Gisela Langen nun wieder nach Hause nach Krefeld. Dort wird sie wieder ab und an im Geschäft ihres Sohnes aushelfen. Trainieren kann sie dort auch wieder. Und in ein paar Wochen fährt sie zur nächsten Weltmeisterschaft der Senioren nach Schweden. Gisela Langen freut sich auf das Turnier und ist gespannt, wie weit sie es schaffen kann. Aber viel mehr freut sie sich auf das Land. Und auf neue Abenteuer.
