HUDE/OLDENBURG - Brave Mädchen kommen in den Himmel, andere zu den Oldenburger „Hellions“. Mit einem ähnlichen Slogan wie diesem versucht die Softballmannschaft von SWO, sportliche Mädchen und Frauen in ihr noch junges Team zu locken. „Hellions“ heißt zu deutsch „Teufelsbraten“. Ob Lisa Heinemann in dieses Profil passt, wollte sie indes nicht preisgeben. Die 17-jährige Gymnasiastin aus Hude spielt seit einem Jahr für die „Hellions“.
„Ich war damals wegen eines Schüleraustausches in Amerika. Dort habe ich an der Gainesville-Highschool Softball gespielt. Als ich wieder zurück nach Deutschland gekommen bin, wollte ich das hier unbedingt weiter machen. Nach einer Recherche im Internet bin ich dann auf die Hellions gestoßen“, erklärt sie.
Schnell hatte sich die Huderin eingefunden, spielte zuletzt mit ihrem Team eine gute Saison in der Landesliga. Unterschiede zum Softball in den USA fallen der 17-Jährigen sofort ins Auge: „Dort wurden die Spielerinnen viel mehr getriezt. Es ging hauptsächlich ums Gewinnen. Das ist hier nicht so.“
In den Wintermonaten wie derzeit ruht der Spielbetrieb der Softballerinnen. Das Training wird dennoch in der Halle fortgesetzt. „Da geht es dann hauptsächlich um die Technik bei Wurf- und Schlagbällen“, erklärt „Hellions“-Trainer Rolf Schwaiger, der selbst bei den Oldenburger „Hornets“ in der Männer-Baseballmannschaft spielt.
Beim Softball stehen sich zwei Teams mit jeweils neun Spielerinnen gegenüber. Eine der Mannschaften spielt im Feld (Defense) und versucht, Punkte der Gegner zu verhindern. Das andere Team ist am Schlag (Offense) und kann die Punkte erzielen. „Die Sportart ist vergleichbar mit Brennball. Es ist so eine Art weibliche Variante des Baseballs“, sagt Heinemann. Ihre Teamkollegin und Pitcherin Myriam Ballin will ihren Sport aber nicht gegenüber dem Baseball abgewertet wissen: „Bei uns ist der Ball unheimlich schwer einzuschätzen. Er kann ein enormes Tempo erreichen, und wir müssen viel Kraft aufwenden.“
Heinemann sieht ihre Softball-Aktivitäten nicht verbissen. „Für mich ist es mehr Hobby. Sollte sich aber mehr ergeben, hätte ich auch nichts dagegen“, sagt die Gymnasiastin und spricht damit ein Engagement in der Niedersachsenauswahl an. Für ihren Trainer Rolf Schwaiger sind das durchaus realistische Ziele: „Lisa kann das schaffen. Sie ist noch jung – und die Auswahl ist ein gutes Sprungbrett.“
Für die „Hellions“ ist das nächste, mittelfristige Ziel der Aufstieg in die Verbandsliga. Doch das muss erst einmal gestemmt werden. Bereits jetzt fährt das Team für Auswärtsspiele bis zu 300 Kilometer weit – ein Spielbetrieb, der viel Geld kostet.
