HUDE - Etwas enttäuscht sei er schon gewesen als sich beim ersten Mal nur 14 Jungs bei der Arbeitsgemeinschaft (AG) „Flag Football“ der Peter-Ustinov-Schule gemeldet haben, sagt Lehrer Christian Meyer. Lange habe er dafür kämpfen müssen, dass diese Sportart überhaupt in das Nachmittagsprogramm aufgenommen wurde. Seit Beginn des Schuljahres steht Flag Football (siehe Infokasten) jeden Donnerstag in der großen Sporthalle auf dem Programm.
„Diese AG ist mal etwas ganz neues, deshalb habe ich mich hier eingeschrieben“, erklärt Tim Ottowitz (14) seine Teilnahme. Der gleichaltrige Lukas Bischke schätzt die viele Bewegung, die mit dieser Sportart einhergeht. „Mein Stiefvater hat früher American Football gespielt. Das wollte ich auch schon immer mal machen“, so Tjard Dorendorf (11). Er habe sich für die kontaktärmere Sportart entschieden.
Christian Meyer hat langsam mit dem Training begonnen, schließlich waren die Teilnehmer alles Anfänger. „Ich habe das Spiel auf kleinste Elemente zerbrochen, bis wir Stück für Stück zum vollständigen Spiel übergegangen sind“, erklärt er sein Vorgehen. So haben sich die Jungs beim Werfen erst einmal an das Spielgerät – einen kleinen Football in Eierform – gewöhnen können.
Dass sich bisher überwiegend Jungs für Flag Football interessieren wundert den 34-Jährigen nicht. „Das muss sich erst einmal rumsprechen. Viele wissen einfach nichts mit dem Namen der AG anzufangen und entscheiden sich lieber für etwas, das sie kennen. Meyer selbst hat diese Sportart während seines Studiums gespielt. Daher hat er auch die Ausrüstung, die in der AG genutzt wird: Die Flags waren im Jahr 2005 noch kostenlos im Internet erhältlich. Zu dieser Zeit habe sich die National Football League Europe sehr stark für Flag Football engagiert.
Das tolle an dieser Sportart sei, dass sie für Jedermann ist. „Ob dick, dünn, groß oder klein, das ist völlig egal“, erklärt Meyer. Auch dass es altersübergreifend ist, mache den Sport noch interessanter. Der Lehrer ist sehr ambitioniert. Sein großes Ziel ist es, an der Niedersachsenmeisterschaft teilzunehmen. Das sei gar nicht so abwegig, denn es gäbe sehr wenige Flag Football-Mannschaften. „Vielleicht schaffen wir es irgendwann sogar bis zur Deutschen Meisterschaft“, sagt er lächelnd.
Beim Flag Football ist nicht nur der Körper, sondern auch der Kopf gefragt. „Es gibt viele Strategien, die man ausbauen kann“, weiß Tjard. „Man weiß nicht, was der Gegner als nächstes macht, denn die Spielzüge sind so unterschiedlich und zahlreich“, lobt Lucas die Komplexität der Sportart. Christian Meyer hofft, dass die AG genauso oder gar noch besser in den kommenden Halbjahren angenommen wird.
FLAG FOOTBALL – WAS IST DAS?
Flag Football
ist eine Variante des American Football. Wesentlicher Unterschied ist, dass statt durch körperliches „Tackling“ die Verteidigung den ballführenden Spieler stoppt, indem sie ihm einen Stoffstreifen (Flag) aus dem Gürtel zieht.Es gibt zwei Arten
von Flags. Bei der einen Variante sind die Flags per Klettverbindung am Gürtel befestigt, bei der anderen stecken die Flaggen in einem Gummiverschluss, in den sie hineingesteckt werden.In der Spielpraxis
trägt jeder Spieler mindestens zwei Flags – auf jeder Seite der Taille eine. Manchmal auch drei, um auch von hinten besser gestoppt werden zu können.Im Gegensatz
zum traditionellen American Football ist beim Flag Football die Verletzungswahrscheinlichkeit deutlich geringer, wodurch das Spiel insbesondere für Kinder und Jugendliche eine Alternative darstellt.Es gibt dreiSpielvarianten:
„5on5“ – hier ist jeglicher Kontakt verboten,„7on7“ (Kontakt ist je nach Spielart erlaubt) und „9on9“, Kontakt ist hier ein wichtiger Teil des Spielsystems.
Für offizielle Verbandsspiele
gibt es in Deutschland sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für die Erwachsenen ein Ligasystem. Geschlechtlich gemischte Mannschaften sind hier aber nicht unüblich.Diese NWZ-Serie stellt Nachmittags-Angebote an Huder Schulen vor. Heute Flag Football an der Peter-Ustinov-Schule.
