HUDE - „Wer kämpft, kann verlieren – wer nicht kämpft, hat schon verloren“, so lautet das Lebensmotto von Kurt Riep. Mit dieser Einstellung hat der 70-jährige Huder bewiesen: Alter schützt vor Leistung nicht. Hinter dem Sportler liegt ein überaus erfolgreiches Jahr: Die Krönung war die Bronzemedaille im Diskuswerfen in seiner Altersklasse bei der Leichtathletik-Europameisterschaft, die vom 23. Juli bis zum 3. August im slowenischen Ljubljana stattfand. Auf eine Weite von 42,12 Metern schleuderte Riep sein Sportgerät. Eine Leistung, die Bürgermeister Axel Jahnz allergrößten Respekt abnötigt: „Ich bin stolz, so einen Sportler in unserer Gemeinde zu haben.“ Jahnz zeichnete Riep am Freitag mit einer gläsernen Trophäe und einer Urkunde aus.
Kurt Rieps Erfolgsjahr hatte bereits im Juni mit dem Gewinn des Landesmeistertitels, dem Sieg bei den Norddeutschen Meisterschaften und dem zweiten Platz bei der DM in Schweinfurt begonnen. Sein Erfolgsrezept: „Man muss sich immer in der Gewalt haben. Ich habe nie geraucht, kaum Alkohol getrunken und immer versucht, gesund zu leben.“ Hinzu kommt Trainingsfleiß: 70 000 Würfe, so schätzt Riep, hat er in seinem bisherigen Leben gemacht. Im Wurfring trainiert er sieben bis acht Stunden pro Woche, zwei bis drei Mal geht er ins Fitness-Studio.
Begonnen mit Leichtathletik hat der gebürtige Breslauer im Alter von 15 Jahren – den Anstoß gab eine Schuluntersuchung, bei der ein Arzt ihm eine schlappe Körperhaltung attestierte. Kurze Zeit später trat der junge Riep dem VfL Bad Zwischenahn bei.
Früher blieben ihm große Erfolge mit dem zwei Kilogramm schweren Diskus indes verwehrt, weil er für diese Disziplin zu leicht und nicht groß genug war. Ab der Altersklasse M 60 wird indes eine kleinere Scheibe benutzt, so dass Riep jetzt seine gute Technik ausspielen kann.
Weitergegeben hat er sein Können schon immer gerne: 40 Jahre war er Übungsleiter, erst bei seinem Heimatverein in Bad Zwischenahn, dann beim Turnverein Hude – in der Klostergemeinde lebt er seit 1962. Heute lernen drei 16-jährige Mädchen beim TV Hude vom pensionierten Sportlehrer – sie haben es immerhin unter die ersten Fünf der Landesbestenliste geschafft. „Die Arbeit mit ihnen macht sehr viel Spaß“, sagt Trainer Riep.
Sein „Trainer“ ist seine Ehefrau Gisela. „Sie hilft mir sehr. Alleine würde ich es nicht machen“, sagt Riep.
So haben die Eheleute die Teilnahme an der EM in Slowenien mit ihrem Jahresurlaub verbunden. Von der Deutschen Meisterschaft in Schweinfurt ging es mit dem Wohnmobil gleich weiter nach Ljubljana.
Im nächsten Jahr lautet das gemeinsame Ziel: Lahti. In der finnischen Stadt findet die Weltmeisterschaft statt. Das Sportereignis wollen Kurt und Gisela Riep mit einer Rundreise durchs Baltikum, Finnland und Norwegen kombinieren. Diskuswerfen möchte der 70-Jährige noch „so lange es geht“.
