HUDE - Übergewicht kann auch vererbt sein. In dem Fall muss das eine oder andere Kilogramm zu viel nicht schädlich sein.
Von Christian Schwarz
HUDE - Deutschland ist zu dick. Laut einer Studie der International Association for the Study of Obesity (IASO) aus London sind 75,4 Prozent der Männer und 58,9 Prozent der Frauen mindestens übergewichtig – Platz eins in Europa. Ein beunruhigendes Ergebnis?„Ich finde die Statistik nicht alarmierend“, sagt der Huder Allgemeinmediziner Dr. Michael Jarosch, „aber es ist gut, dass das Thema wieder auf den Tisch kommt.“ In seine Gemeinschaftspraxis mit Dr. Hans Ulrich Schreiber kämen nicht überdurchschnittlich viele übergewichtige Patienten.
Der Begriff „übergewichtig“ müsse aber differenziert betrachtet werden, sagt Schreiber. Viele Dicke hätten auch dicke Vorfahren gehabt, die bis ins Alter mehr oder weniger gesund gewesen sind. „Dicke Menschen haben früher in Hungerszeiten einfach eher überlebt als Dünne.“
Dicksein als Überlebensgarantie – gleichsam ein „Survival of the fattest“. Deren Nachkommen müssten keine gesundheitlichen Folgen ihres Übergewichts fürchten, sagt Schreiber. Anders sei dies bei denjenigen, die auf Grund mangelnder Bewegung und ungesunder Ernährung zu dick seien. „Für die gilt vereinfacht gesagt: Weniger essen, mehr bewegen!“ Und Bewegung muss Spaß machen, weiß der Huder Arzt. Schulsport zum Beispiel sei zu leistungsbezogen: „Da wird Kindern gleich der Spaß verdorben.“
Wer den Spaß noch nicht verloren hat, der kann im Sportverein gegen seine überflüssigen Pfunde kämpfen. Hans-Dieter Körner, Übungsleiter im Fitnessstudio des TV Hude, empfiehlt, auf dem Stepper, beim Spinning oder Cross Walking gegen sein Übergewicht anzugehen. „Wichtig ist nur“, sagt Körner, „dass man regelmäßig dabei bleibt und als Untrainierter langsam anfängt.“ Und wer nicht auf ein Sportgerät steigen möchte, der geht joggen. „Wir laufen viel zu wenig“, sagt Dr. Schreiber, und sein Kollege Dr. Jarosch ergänzt: „Alles, was wir uns früher erjagen mussten, finden wir heute im Supermarkt. Und mit Einkaufsmöglichkeiten via Internet und Fernsehen müssen wir den heimischen Sessel gar nicht mehr verlassen.“ Was dem Sessel auf Dauer auch nicht gut bekommt.
