HUDE - Die Hallenuhr zeigte exakt 23:23 Uhr an – so spät endete bislang noch kein Tischtennisspiel des TV Hude an einem Sonnabend. Doch es war ein besonderer Tag, denn nach mehr als sieben Jahren fand erstmals wieder ein zuschauerträchtiges und emotionales Derby in der Halle am Huder Bach statt. Und dieses gewannen die TVH-Spieler in der Verbandsliga mühevoll mit 9:5 gegen den TTSC 09 Delmenhorst.

Mit viel Aufwand hatte der TV Hude für das Match gegen den Rivalen von der Delme geworben, und es kamen auch knapp 100 Besucher, darunter etwa die Hälfte aus Delmenhorst. Allerdings wurde der angepeilte eigene Zuschauerrekord aus dem Jahr 2003, als beim damaligen 9:7 gegen den TuS Huchting etwa 130 Fans in die Halle geströmt waren, verfehlt. Dies konnte das Team angesichts des schwer erkämpften Sieges aber auch locker verschmerzen. Mit 9:1 Punkten ist der TVH weiter ungeschlagen.

„Wir mussten schon zittern und es war auch eng, aber wir haben dann doch verdient gewonnen“, fiel Hudes Alex Dimitriou ein Stein vom Herzen. Der Grieche, der mit zwei überzeugenden Einzelerfolgen im unteren Paarkreuz maßgeblich zum positiven Huder Ausgang beitrug, stand jedoch im Schatten von Marco Stüber. Der 40-Jährige, mit einer dürftigen 1:5-Bilanz in die Saison gestartet, traf im mittleren Paarkreuz auf seine früheren Mitspieler Klaus Krabbe sowie Achim Weber und stand dort besonders unter Druck. Hude lag nach den Doppeln mit 1:2 und nach der überraschenden Pleite von Immanuel Mieschendahl gegen Bobby Tran mit 1:3 zurück, ehe Felix Lingenau mit einem spektakulären Fünfsatzsieg gegen Angstgegner Marc Engels und Stüber mit einem kämpferisch starken 3:2 gegen Krabbe den Ausgleich schafften.

Da aber Simon Pohl und Christopher Imig ihre ersten Einzel abgaben, lag Delmenhorst nach dem ersten Durchgang sogar 5:4 vorn. Mieschendahl und Lingenau leiteten kurz danach die Wende ein. Ausgebaut wurde die Führung durch Stüber, der gegen Weber eine taktische Glanzleistung zeigte, und Pohl, der gegen Krabbe überraschend obenauf war. Dimitriou besorgte den Rest und schlug Timo Blum sicher in vier Sätzen.

„Matchwinner war eindeutig Marco Stüber. Trotz bisheriger ,Seuche’ so stark taktisch und vom Kopf her aufzutrumpfen – dazu gehört schon einiges. Ohne seine Punkte wären wir heute nicht verlustpunktfrei geblieben“, lobte Lingenau seinen Mitspieler.