HUDE - Zwischenzeitlich ins Träumen geraten, aber am Ende knallten dann doch bei den Gästen die Korken: Der TV Hude hat sich im Spitzenspiel der Tischtennis-Verbandsliga teuer verkauft und bot den 80 Zuschauern in der Halle am Huder Bach eine tolle Show. Letztlich jubelte nach dem 8:8-Unentschieden aber der Neurönnebecker TV über die Meisterschaft und den Aufstieg in die Oberliga.
Exakt vier Stunden und zehn Minuten dauerte das Giganten-Duell der beiden dominierenden Verbandsliga-Teams. Hude hätte zwingend einen Sieg benötigt, um mit dem Favoriten aus Nordbremen nach Punkten gleichzuziehen und das Titelrennen offen zu halten. Als Tabellenzweiter haben die Huder aber noch die Chance, über die Relegation den Gang in die vierte Liga zu realisieren. Die Entscheidungsspiele finden am Sonnabend, 30. April, beim Tabellenachten der Oberliga statt. Nach derzeitigem Stand übernimmt der VfL Westercelle die Gastgeberrolle. Außerdem stößt noch Eintracht Bledeln als Vizemeister der Verbandsliga Süd dazu.
„Wir haben alles gegeben und bedanken uns bei den Besuchern für die wieder einmal tolle Unterstützung“, sagte Hudes Felix Lingenau nach dem Kraft raubenden Match. Dass die in dieser Saison ungeschlagenen Hanseaten in der Klostergemeinde ungeschoren davon kamen, hätte man zwischenzeitlich nicht gedacht, denn die Hausherren lagen nach einer 2:1-Doppelausbeute und zwei Einzelsiegen im oberen Paarkreuz von Immanuel Mieschendahl und Lingenau mit 4:1 vorn. Der Höhenflug setzte sich sogar noch fort: Zwar gab Alex Dimitriou seine Partie gegen den Abwehrspezialisten Dimitri Reder in fünf Sätzen ab, dafür hielten Simon Pohl und Marco Stüber den TVH auf Kurs. Pohl riss das Publikum nach einem 1:2-Rückstand gegen Anton Depperschmidt im vierten und fünften Abschnitt mit einem 11:0 und 11:2 von den Sitzen. Er machte 16 Punkte in Folge und überzeugte später auch gegen Reder mit einer starken kämpferischen Darbietung.
Beim 6:2 fingen einige Zuschauer auf der Tribüne schon an zu rechnen, denn mit einem höheren Sieg hätten die Huder sogar das deutlich schlechtere Spielverhältnis gegenüber Neurönnebeck aufholen können. Weitere Voraussetzung für die Eroberung der Tabellenspitze wären Erfolge im Liga-Endspurt gegen Dissen und Hittfeld gewesen. Der Traum von der Meisterschaft platzte aufgrund einer starken Aufholjagd der Bremer, die zum 6:6 ausglichen. Stüber zog anschließend gegen Marco Gluza den Kürzeren, und am Nebentisch sah auch Pohl schon aus wie der sichere Verlierer. Der 18-Jährige wehrte beim Stand von 9:10 im vierten Satz aber einen Matchball – zugleich ein Meisterschafts-Matchball für Neurönnebeck – ab und gewann noch mit 11:8 im Entscheidungsdurchgang. Christopher Imig brachte den TVH mit einem überzeugenden 3:0 gegen Alexander Semmler mit 8:7 in Führung. Im Schlussdoppel hatten Mieschendahl und Lingenau dann aber knapp das Nachsehen – 8:8.
In Dissen lief es einen Tag nach der verlorenen Meisterschaft für Mieschendahl und Lingenau im Schlussdoppel besser. Sie sicherten den 9:7-Sieg. Dafür mussten sich die beiden Huder Spitzenspieler im oberen Paarkreuz zuvor allerdings in allen vier Einzeln geschlagen geben.
