Cloppenburg - Mit dem richtigen Hüftschwung zur Traumfigur – dass das auch mit Zumba nicht so schnell zu schaffen ist, weiß ich. Und doch: Viele Promis halten Tanzen für den Kalorien-Killer Nummer eins. Auf meiner Suche nach dem passenden Trendsport für mich, will ich wissen: Was ist dran an Zumba – und wie geht das eigentlich? Eine Schnupperstunde beim Turnverein Cloppenburg soll Klarheit bringen.
9 Uhr, TVC-Halle an der Schulstraße. Ich muss in Gymnastikraum III und treffe dort auf fünf gut gelaunte Frauen unterschiedlichen Alters und Trainerin Lilia Meisner. Ein kurzes Hallo, schon dröhnt laute Salsa-Musik aus den Boxen. Ich bin gespannt, was nun kommt. Ich weiß, ich habe ein gutes Rhythmusgefühl, und träume schon von den schmelzenden Pfunden – das hält genau drei Sekunden an. Obwohl wir gerade erst in der Aufwärmphase sind, muss ich mich konzentrieren, nicht den Anschluss zu verlieren und stolpere mehr nach rechts und links, als energiegeladen zu tanzen.
Vor der breiten Spiegelfront zeigt Lilia Meisner die Schrittfolgen, dahinter steht die Gruppe und folgt ihrer Anweisung. Ich komme mir vor wie eine Salatgurke ohne Taktgefühl, was mein Spiegelbild gnadenlos bestätigt. Doch das stört hier niemanden.
Alle sind hier, um Spaß zu haben, sich auszupowern und in Schwung zu bringen. Perfektion wird nicht erwartet. Ich beginne, mich zu entspannen, einfach dem Rhythmus zu folgen und bei der Choreographie mitzuhalten. Drehungen, Schritte nach rechts, Schritte nach links, Arme hoch, rückwärts – „das Lächeln nicht vergessen“, feuert uns die Trainerin an. Ich muss lachen und stelle fest: Zumba macht Spaß.
Zumba ist eine Kombination aus Aerobic und lateinamerikanischen Tänzen. Eine mitreißende Mischung aus Hip-Hop-Elementen, Samba, Salsa, Merengue und Bauchtanz. Erfunden von dem kolumbianischem Fitness-Trainer Alberto „Beto“ Perez, genießt die Sportart den Ruf, als Ganzkörpertraining zu dienen. Das Herz-Kreislauf-System wird gestärkt, die Koordination geschult, unterschiedliche Muskelgruppen beansprucht. Etwa 400 bis 800 Kalorien können pro Stunde verbraucht werden, je nachdem, wie energisch getanzt wird und wie hoch das eigene Körpergewicht ist. Nebeneffekt: Tanzen setzt Endorphine frei, das sorgt für gute Laune.
Nach knapp 45 Minuten bin ich klatschnass geschwitzt, aber zufrieden. Müde bin ich nicht, eher bereit, mit viel Energie in den Tag zu starten. 24 Stunden später merke ich zwar, dass ich viele Muskeln beansprucht habe, aber der Muskelkater ist schnell verschwunden.
