HYERES/OLDENBURG - HYERES/OLDENBURG/SR/HB - Des einen Freud, des anderen Leid: Während der Wilhelmshavener Tobias Schadewaldt beim Weltcup der olympischen Segelklasse im südfranzösischen Hyeres in der Laserklasse über den 143. Platz nicht hinaus kam, hat das Team Johannes Polgar/Florian Spalteholz in der Tornado-Klasse die erste Hürde auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2008 in Peking genommen. Trotz Verletzung segelte das Team sich mit einem siebten Platz in die Weltspitze und erfüllte damit die erste Qualifikationsvorgabe des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).
„Ein voller Erfolg! Wir sind total erleichtert, dass wir den ersten Schritt auf dem Weg zur Olympia-Qualifikation geschafft haben und können uns jetzt voll auf die Vorbereitung für die Weltmeisterschaften konzentrieren“, fasst der Oldenburger Sportstudent Polgar die Regatta zusammen. Im Gegensatz zur Regatta in Palma Anfang April fanden Polgar und Spalteholz perfekt in ihren Rhythmus und standen am vorletzten Tag sogar an vierter Position im Zwischenklassement. Am letzten Tag wollten sie im spektakulären „Medaillenrennen“, in dem sich die besten zehn Teilnehmer jeder Bootsklasse in einem kurzen, zuschauerfreundlichen Rennen messen, noch einmal alle Register ziehen und sich aufs Treppchen segeln. Doch eine Fußverletzung von Vorschoter Spalteholz machte diesen Plänen einen Strich durch die Rechnung. „Wahrscheinlich habe ich mir den Knöchel bei einer Kenterung
verdreht“, so Spalteholz. Am Morgen des Medalrace bestätigte der Arzt vor Ort, dass Spalteholz nicht würde segeln können. „Wir haben eine Ausnahmegenehmigung bekommen, um den Vorschoter für das Rennen wechseln zu können. Aber ein eingespieltes Team kann man natürlich nicht einfach so auswechseln. Im Medalrace liefen die Manöver nicht schnell und harmonisch genug ab, was bei so einem kurzen Rennen auf kleinstem Raum ein fundamentaler Nachteil ist“, erklärt Polgar den achten Platz in der entscheidenden Wettfahrt.
Kein Treppchenplatz, aber ein wichtiger Schritt auf dem Weg nach Peking. Zeit zum Ausruhen bleibt dennoch nicht. „Die Heilung von Florians Verletzung hat jetzt erste Priorität“, betont Polgar. „Danach gehen wir wieder voll ins Training und werden bei den Weltmeisterschaften im Juli den nächsten Angriff aufs Treppchen starten.“
EWE-Teamkollege Schadewaldt – wie Polgar Sportstudent in Oldenburg – erlebte in Hyeres eine der herbsten Enttäuschungen seiner Sportkarriere. Durch die großen Teilnehmerzahlen in der Laser-Klasse wurde die Flotte in Gruppen geteilt, die zunächst jeden Tag neu gemischt, aber nach drei Wettfahrttagen gemäß des Zwischenklassements nach Leistung eingeteilt werden. Schadewaldt hatte sich durch schlechte Anfangsplatzierungen nicht für die so genannte „Gold-Fleet“ qualifiziert und damit an den letzten beiden Wettfahrttagen keine Chance mehr, sich noch entscheidend im Endergebnis zu verbessern. Trotz eines Tagessieges, eines dritten und eines vierten Platzes konnte er nur noch auf Rang 143 von 181 Teilnehmern vorrutschen. „In Absprache mit meinen Trainern habe ich meine Saisonplanung jetzt angepasst und werde vor der EM doch einen weiteren World Cup fahren. Dieses Ergebnis lasse ich nicht so stehen!“, zeigt sich Schadewaldt kämpferisch. Er will nun den
Weltcup Ende Mai im niederländischen Medemblik nutzen, um wieder zu seiner eigentlichen Form zurück zu finden, bevor er Anfang Juni zu den Europameisterschaften nach Hyeres zurückkehrt.
