Oldenburg - Es war ein Kampfspiel, das sich am Samstagnachmittag vor 9560 Zuschauern in der Hänsch-Arena abspielte. Am Ende stand im Drittliga-Derby zwischen dem SV Meppen und dem VfB Oldenburg ein 1:1 (1:1)-Remis, mit dem die Oldenburger aufgrund der Tabellensituation besser leben konnten. Max Wegner (21. Minute) glich den Rückstand nach Meppens früher Führung durch Max Dombrowka (11.) aus. Das sind die Reaktionen zum Spiel:

Dario Fossi (VfB-Trainer): „Es war ein packendes, emotionales, zweikampfbetontes Derby. Wir sind schleppend ins Spiel gekommen. Meppen hat uns unter Druck gesetzt, wir hatten Probleme beim Anlaufen. Deswegen bin ich froh über den Punkt. Wir haben um das 0:1 gebettelt, waren nicht richtig in der Spur, haben uns aber gefangen. Danach wurden wir spielerisch besser, haben den Ball laufen lassen. Der Standard zum 1:1 war toll, dadurch sind wir im Spiel. Danach war es packend. Es waren so viele Emotionen drin. Bei beiden ist längst nicht alles gelungen, aber ich fand uns stabil. Wir haben es sehr gut verteidigt. Wir hätten vorne den Ball besser halten und Konter besser ausführen können, aber alles in allem ist es ein gerechter Punkt, den wir gern mitnehmen.“

Stefan Krämer (SVM-Trainer): „Wir haben verdient geführt. Ein Standard-Gegentor gegen so einen guten Kopfballspieler kann man dann immer mal kriegen. Wir hatten einen Lattenschuss in der ersten Halbzeit, einen Pfostenschuss in der zweiten Halbzeit. Wir hatten viele vernünftige Ansätze und haben aus dem Spiel heraus nicht eine Torchance zugelassen. Deswegen hätten wir heute der verdiente Sieger sein können. Es war ein wildes Spiel, das war uns vorher klar, es gab viele Zweikämpfe. Aber wir müssen unsere Chancen besser nutzen. Ich bin nicht zufrieden – nicht mit dem Punkt, nicht mit dem Spiel, nicht mit der Situation. Wir müssen anfangen zu gewinnen.“

Sebastian Mielitz (VfB-Torwart): „Es war ein typisches Derby. Keiner hat dem anderen einen Zentimeter geschenkt. Wir können mit dem Punkt leben und werden am Ende sehen, wieviel er wert ist. Wir haben die Derbystimmung und den Kampf angenommen, das war wichtig. Es war ein sehr zerfahrenes Spiel, ein typischer Abstiegskrimi. Zuletzt haben wir nach Gegentoren sehr geschwommen, das war heute nicht der Fall. Das sehe ich schon als positive Entwicklung. Die Einstellung hat gestimmt, wir haben uns in alles hineingeworfen. Vorne fehlte die Durchschlagskraft.“

Kamer Krasniqi (VfB-Mittelfeldspieler): „Im Derby will man immer gewinnen, aber heute hat es nur zu einem Punkt gelangt. Zuletzt war die erste Halbzeit gut und die zweite etwas passiver. Heute haben wir die ersten 10 bis 15 Minuten nicht gut ins Spiel gefunden. Danach wurde es besser, wir waren aktiv. Es war sehr intensiv, ein klassischer Abstiegskampf. Uns ärgert, dass wir nicht gewonnen haben, aber so konnten wir zumindest den Abstand auf Meppen halten.“

Leon Deichmann (VfB-Verteidiger): „Das Ziel war, mindestens den Abstand zu halten, deswegen können wir mit dem Punkt gut leben. Wir sind schlecht in die Partie gekommen. Direkt nach dem Gegentor haben wir guten Fußball gespielt, haben nicht nur lange Bälle gespielt, sondern sind über die Außen durchgekommen. Zum Ende war es dann wieder viel Kampf. Wir können da weiter lernen, müssen fußballerische Lösungen finden und den nächsten Mann anspielen. Es war in der zweiten Halbzeit Abstiegskampf. Wir müssen weiter punkten, punkten, punkten.“

Sebastian Schachten (VfB-Sportleiter): „Wir haben einen Riesenkampf abgeliefert. Fußballerisch können wir besser spielen, darum ging es heute in so einem Derby aber nicht. Das musst du annehmen. Mit dem Ausgleich waren wir ordentlich im Spiel. Ich muss den Jungs ein Kompliment machen, wie sie den Kampf angenommen haben. Es war klar, dass es hitzig wird. Wir haben einfache Ballverluste vermieden und Zweikämpfe gewonnen. Das ist nicht immer schön, aber in so einem Derby ist das machmal so.“

Lars Blancke
Lars Blancke Sportredaktion