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NWZonline.de Sport

PORTRÄT: „Ich lasse mich nicht unterkriegen“

03.01.2009

SCHORTENS /OLDENBURG „Ich lasse mich nicht unterkriegen“, sagt Wilfried Lipinski. Der 48-jährige Schortenser hat nie seinen Lebensmut verloren. Weder nach einem schweren Autounfall vor 28 Jahren, der ihn in den Rollstuhl brachte, noch nach dem Brand, der Anfang des Jahres 2008 seinen in jahrelanger Schufterei restaurierten Hof in Schortens in Schutt und Asche legte.

Vor gut elf Monaten, am 27. Januar, starrte Wilfried Lipinski fassungslos auf die rauchenden Trümmer seiner Existenz. Ein mittlerweile gefasster und zu einer langjährigen Freiheitsstrafe verurteilter Brandstifter hatte in der Nacht zuvor in Schortens gewütet, entlang des Klein-Ostiemer-Weges Fahrzeuge und auch Haus und Hof von Wilfried Lipinski angezündet (die NWZ berichtete). Der Schortenser wie auch ein junges Paar, das eine Wohnung in dem Haus Lipinskis bewohnte, entkamen den Flammen unverletzt. Der Sachschaden aber ging in die Hunderttausende.

„Das baue ich alles wieder auf“, sagte Lipinski schon damals mit einer Selbstverständlichkeit, als wäre ihm lediglich ein Schrank oder ein Bett zusammengekracht. Mittlerweile sind die Dinge mit den Versicherungen und Behörden weitgehend geregelt, ist der Schutt abgetragen und stehen schon wieder die Grundmauern seines neuen Hauses. Soweit es die Beweglichkeit im Rollstuhl zulässt, packt er auf dem Bau mit an.

Diese unerschütterliche Zuversicht und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten haben den Schortenser auch sportlich weit gebracht: Lipinski ist ein international erfolgreicher Fechtsportler. Vor bald 25 Jahren gewann er bei den Paralympics erstes olympisches Gold. Weiteres Edelmetall kam mit seinen Fechtkünsten in den folgenden Jahren bei den Paralympics in Seoul, Barcelona, Atlanta und Sydney dazu, dazwischen weitere ungezählte Titel. Auch als Cheftrainer des Fechtclubs zu Oldenburg (FCO) und TuS Oestringen hat Lipinski viele Erfolge errungen. Viele Erinnerungsstücke sind mit dem Brand für immer verloren gegangen. „Aber die Olympia-Medaillen habe ich retten können“, sagt Lipinski.

Nach dem Brand hat sich der 48-Jährige in Heidmühle einquartiert, um möglichst oft auf dem Bau sein zu können. Im Frühjahr soll Richtfest gefeiert werden, aber unter Druck setzten will er sich nicht. „Ich habe drei Jahre Zeit, mein Haus wieder aufzubauen“, sagt Lipinski.

Ihm gehe es gut, und Groll gegen den Brandstifter hege er nicht. „Ich habe so viel um die Ohren. An den Täter vergeude ich keinen Gedanken.“ Stattdessen sucht er alte rote Tondachpfannen: „Denn das soll hier eines Tages alles wieder so aussehen wie vorher.“

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Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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