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NWZonline.de Sport

FAHRERTURNIER: Im 18-Tonner auf den Millimeter einparken

30.04.2007

86 Teilnehmer aus dem gesamten norddeutschen Raum bewiesen ihr Können beim Fahrer-Turnier. Die NWZ machte den Selbstversuch.

Von Jantje Ziegeler OLDENBURG - Meinen Führerschein habe ich in einer Mercedes A-Klasse gemacht, das lief alles prima und ich fahre gerne Auto. Der Wagen, in den ich mich jetzt setze, ist auch ein Mercedes. Nur ein bisschen größer und schwerer.

Mit leicht wackligen Knien klettere ich auf den Fahrersitz des Lasters (gut, dass ich meine High-Heels zu Hause gelassen habe). Ach du liebe Zeit, den soll ich fahren? Okay, durchatmen und die Kupplung kommen lassen (erschwerender Faktor: Ich fahre seit Jahren Automatik). Der Laster rollt zwar auch los, aber rückwärts?! „Wir stehen in der Schräge“, beruhigt mich mein Beifahrer Daniel Mach vom Motorsportclub Oldenburg (MSCO).

Gleichzeitig unterstützt er mich beim Manövrieren, denn ich soll ja nicht nur einfach fahren, sondern auch noch spezielle Aufgaben des Parkours bestreiten; dazu zählt u.a. das Öffnen eines Bügeltores mit dem linken vorderen Blinklicht. Der Spielraum ist minimal, sonst ist die Aufgabe nicht erfüllt. Es gelingt mir tatsächlich. Punkterichter Benjamin (Daniels Sohn) gibt ein Okay, ich bin zufrieden.

Die Profis allerdings spielen in einer ganz anderen Liga. Sie mänovrieren und rangieren mit Lastzügen als wären es kleine Smarts. Beim 20. MSCO-Fahrer-Turnier kämpften am Wochenende auf dem Parkplatz der EWE 86 Teilnehmer in den Klassen 25 Tonnen Solo-Laster, Bus, Sattelzug (18 Tonnen) oder 7,5-Tonner-Lkw um die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft. Gleichzeitig gab es einen Sonderlauf für die Norddeutsche Meisterschaft mit einem Gliederzug (Zugmaschine mit Anhänger).

Hartmut Logemann, 45-jähriger Berufskraftfahrer aus Ahlhorn, nimmt zum einen im Sattel-, zum andern im Gliederzug teil. Sonst hat er immer im 25 Tonnen Solo-Lkw teilgenommen, aber nachdem er von 2004-2006 Weltmeister in dieser Disziplin war, hat er umgesattelt.

Doch es ging nicht nur um perfektes Rangieren, auch theoretisches Wissen gab Wertungspunkte.

Gesamtsieger wurde Diether Sahling aus Norderstedt.

Perfekt eingeparkt in die alles andere als großzügig bemessene Parkfläche habe ich meinen Brummi zum Abschluss übrigens auch (als Frau!). Aber ich durfte auch vorwärts reinfahren.

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