Im Nordwesten - Durch das erneute Aussetzen der Saison aufgrund der Corona-Pandemie kommen auf die Vereine ungeahnte Schwierigkeiten zu. Online-Training und eigenständiges Fithalten ist vielen Aktiven inzwischen in Fleisch und Blut übergegangen. Ein Ende der Unterbrechung ist nicht abzusehen, je länger, der Lockdown dauert, desto eher ist zu vermuten, dass die Saison nicht fortgeführt werden kann. Dies hat auch Auswirkungen auf die Mannschaften und die Mitgliederzahlen in den Vereinen. Wir haben bei einigen Teams nachgefragt, wie sich die Pandemie auf die Mannschaften und Mitgliederzahlen auswirkt und auch, ob die vom NFV angeregten E-Football-Abteilungen Anklang finden. In unserer kleinen Serie gehen wir auch der Frage nach, was die Vereine vom NFV und dem DFB erwarten.
Im Allgemeinen ist festzustellen, dass sich die Mitgliederzahlen der Fußball-Abteilungen kaum verändert haben. „Die Mitgliederzahl ist in der Fußballabteilung trotz Corona gestiegen und wir konnten ein Plus von 91 verzeichnen. Dem stehen 60 Abgänge gegenüber, diese sind aber nicht wegen Corona“ erklärt Timo Treu vom Polizei SV Oldenburg. „Somit konnten wir uns vergrößern und sind im Verein die zweitgrößte Abteilung.“ Ähnlich ist es beim Stadtrivalen VfL Oldenburg. „Wir hatten seit März 2020 eigentlich keinen Mitgliederschwund zu verzeichnen“, erläutert Michael Plätzer. Dies führt er auch auf einen schnellen Wiederneustart nach dem ersten Lockdown zurück. „Positiv war sicher auch, dass wir auch gleich im Mai unsere Trainingsangebote für alle Mannschaften gestartet hatten, also von der G- bis zur A-Jugend und den Herren.“ Dies scheint ihm auch nach dem Ende dieser Unterbrechung der richtige Weg zu sein: „So werden wir es jetzt aber auch nach diesem Lockdown halten und umgehend trainieren, wenn es erlaubt ist. Gern auch zunächst in Kleingruppen.“ Auch beim Ammerländer Kreisligisten VfL Bad Zwischenahn ist man in Sachen Mitgliederzahl eher entspannt. „In Sachen Mitgliederfluktuation spüren wir momentan nichts Außergewöhnliches. Es gibt keine Abgänge oder Zugänge, es ist die übliche Tendenz. Wir haben im Sommer viel gemacht, da ist der eine oder andere Spieler gegangen und es gab Zugänge, doch aktuell ist nichts erkennbar“, sagt Thomas Ebbrecht, der Abteilungsleiter der Fußballsparte.
GVO und Bümmerstede mit stabilen Mitgliederzahlen
Einzig der SV Wilhelmshaven hat einige Mitglieder verloren. „Wir haben etwa 30 Mitglieder weniger, also gut zehn Prozent“, sagt Mathieu Herrenberger, Leiter der Geschäftsstelle des SVW. Auch beim GVO Oldenburg gibt es keine Austrittswelle. „Beim GVO können wir noch keinen vermehrten Austritt von Mitgliedern beobachten, nicht beim Fußball und auch nicht im Gesamtverein“, sagt GVO-Fußball-Obmann Josef Schnell. „Das Solidaritätsprinzip eines gemein nützlichen Vereins scheint hier zu greifen. Allerdings sind auch keine Neumitglieder dazu gekommen.“ Beim SV Tungeln hat Fußball-Obmann Sascha Ulpts noch keine negativen Einwirkungen auf die Kader der Seniorenmannschaften festgestellt. „Derzeit gibt es keine Probleme“, erklärt er. „Unsere 1. Herren spielt derzeit in der 1. Kreisklasse und unsere 2. Herren in der 3. Kreisklasse. Außerdem haben wir noch eine Ü32 Mannschaft. Jede Mannschaft hat mindestens 25 Spieler“, zeigt er sich zufrieden mit der Kaderstärke. Dass Spieler aus dem Verein austreten möchten, weil weder trainiert noch gespielt werden kann, ist ihm noch nicht zu Ohren gekommen. Bei Blau-Weiß Bümmerstede stagniert die Zahl der Mitglieder auf hohem Niveau. „Mitgliederabgänge oder Zugänge konnten in letzter Zeit kaum merklich erkannt werden. Unsere Zahl stagniert immer zwischen 750 und 800“, teilt Abteilungsleiter Johann Kappernagel auf Anfrage mit.
Keine Auswirkungen auf Edewechts Fußballabteilung
Christian Eiskamp vom VfL Edewecht räumt ein, dass es einige Austritte gegeben hat, diese aber erklärbar sind. „Im Gesamtverein gab es schon ein paar wenige Austritte. Hier handelte es sich aber um Sportarten die nicht an der frischen Luft stattfinden und zum größten Teil von älteren Sportlerinnen und Sportlern ausgeführt werden. Das hier Vorsicht geboten wird ist für uns als Verein mehr als verständlich.“ Anders sieht die Lage bei den Fußballern aus: „Die Fußballabteilung konnte keine Auswirkungen feststellen.“ Dies ist seiner Aussage nach auch dem Engagement der Trainer im Verein zu verdanken. „Die Ausfallzeiten aufgrund von Corona sind zwar schade, jedoch muss man klar sagen, dass diese unumgänglich sind. Unsere Trainer lassen sich da aber einiges einfallen, um die Jungs und Mädels bei Laune zu halten“ verteilt er ein Lob an seinen Trainer. Das größte Problem ist seiner Meinung nach, dass man den Spielerinnen und Spielern nicht sagen kann, wie lange dieser Zustand noch anhält. „Es gibt kein richtiges, terminlich festgelegtes Ziel, auf das man hinarbeitet. Das könnte langfristig zu Motivationsproblemen führen“, befürchtet er. „Wir denken da aber positiv und hoffen das unsere Trainer die Spielerinnen und Spieler noch eine Weile mit interessanten Aufgaben beschäftigen können.“
Beim 1.FC Ohmstede hat man derzeit noch keinen größeren Mitgliederverlust, aber man blickt etwas sorgenvoll in die Zukunft. „Nach Information aus unserer Mitgliederverwaltung haben wir seit März 2020 keine erhöhten Vereinsaustritte. Was subjektiv auffällt, ist, dass weniger Mitglieder aufgenommen worden sind. Darüber gibt es aber noch keine genaue Statistik. Ich denke mal, dass grundsätzlich je länger die Pandemie dauert, desto mehr Mitglieder die Vereine verlassen werden und sich Alternativen suchen“, erklärt der Verein. Bei Borussia Leer hat man auch keine größeren Veränderungen festgestellt. „Es hat kaum Veränderungen gegeben. Das liegt allerdings auch daran, dass Borussia Leer hinsichtlich der Mitgliederzahlen (etwa 200 Mitglieder) eher ein kleiner Verein ist und sich die Schwankungen in den Mitgliederzahlen daher ohnehin in Grenzen halten. Auffällig war aber doch, dass es einige solidarische Vereinsbeitritte gab. Nachdem Borussia in der Corona-Zeit mehrere soziale Aktionen (z.B. Spendenaktion für IUVENTA) gestartet hatte, meldeten sich mehrere Personen aus dem ganzen Bundesgebiet, die mit einer passiven Mitgliedschaft gerne die Aktivitäten des SV Borussia Leer unterstützen wollen. Das freut uns natürlich sehr“, heißt es von Seiten des Vereins.

