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NWZonline.de Sport

Kletter-Star schwankt zwischen Fels und Olympia

12.09.2018

Innsbruck Nach seinem bronzenen WM-Coup stand Alexander Megos etwas bedröppelt vor dem jubelnden Publikum. Der Kletterer aus Erlangen winkte kurz, schlenderte in Flipflops zum Podium, lächelte verlegen. Der 25-Jährige hatte die erste deutsche Männer-Medaille in der Königsdisziplin Lead seit 1993 geholt, der Erfolg sorgt im Deutschen Alpenverein (DAV) für glänzende Augen im Hinblick auf Olympia. Ist Megos nun Mitfavorit auf eine Medaille 2020 in Tokio? Das ist die falsche Frage. Die richtige: Tritt er überhaupt an?

Die Szene blickt der Premiere der Kletterer bei Sommerspielen mit unterschiedlichen Gefühlen entgegen. Die Wettkämpfer sehnen den Vergleich auf der schillerndsten Sportbühne herbei, Traditionalisten fürchten um den Charme ihres so unabhängigen Sports. Irgendwo dazwischen steht Megos und sagt: „Ich habe mich noch nicht vollends entschieden.“

Das liegt daran, dass Megos’ Leidenschaft nicht der Wettkampf an künstlichen Anlagen ist, sondern der Fels. Dort ist er einer der stärksten Athleten der Welt. Die Sommerspiele hat er im Blick – aber eben nicht ausschließlich. „Auf Olympia zu setzen, bedeutet, dass sämtliche Projekte am Fels vermutlich erstmal zurückgestellt werden müssen“, erzählte er.

Dabei ist es nicht so, dass die besten Athleten im Lead, also dem Schwierigkeits- und Ausdauerklettern mit Seil, automatisch die Favoriten auf Olympia-Medaillen sind. Bei den Spielen in Japan wird nämlich nur im Olympic-Combined-Format geklettert, einem Dreikampf aus Lead, Bouldern und Speed-Klettern. In der extra für Olympia geschaffenen Wertung werden bei der WM in Innsbruck erstmals Medaillen vergeben. Megos ist Mit-Favorit auf die Entscheidung am Sonntag.

Gerade das Kombinationsformat aber sorgt für Unmut und könnte Megos dazu bewegen, auf Tokio zu verzichten. „Es kann passieren, dass bei Olympia Athleten dabei sind, die mittelmäßig in allen Disziplinen sind, die Top-Athleten aus den jeweiligen Disziplinen aber fehlen“, sagte er.

Die anfängliche Empörung hat sich inzwischen zwar gelegt und viele Spitzenkletterer werden versuchen, in Tokio dabei zu sein, meinte Megos. „Die meisten haben gesehen, dass es eine Chance darstellt, den Sport einem größeren Publikum zu präsentieren“, sagte er. Ob bei ihm Vernunft oder Gefühl entscheiden, das ist noch nicht abzusehen.

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