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Die BBL ist ausgeglichen wie wohl nie zuvor. Finanzielle Probleme von Vereinen kratzen jedoch am Image.
Von Heinz Arndt
Frage:
Sehen Sie wie auch BBL-Geschäftsführer Jan Pommer einen Aufwärtstrend in der Basketball-Bundesliga?
Schüller:
Dieser Aufwärtstrend ist seit geraumer Zeit festzustellen. Zu den gestiegenen Zuschauerzahlen kommt die gesteigerte sportliche Qualität. Die Liga ist zudem so ausgeglichen wie nie zuvor. Es hat sich gerade in jüngster Zeit gezeigt, dass jeder jeden schlagen kann.
Frage:
Hat nicht aber das Image in der letzten Zeit durch die finanziellen Probleme von Vereinen und dem Ausstieg von Hauptsponsoren gelitten?
Schüller:
Ich habe immer schon dafür plädiert, dass man den Vereinen etwas genauer auf die Finger schaut. Da reichen meines Erachtens auch keine Plan-Bilanzen alleine aus. Es muss vielmehr zwischendurch kontrolliert werden – und zwar während der laufenden Saison, inwieweit die Zahlen tatsächlich Realität sind und wo es Abweichungen gibt.
Frage:
Wie soll es Ihrer Meinung nach mit der Basketball-Bundesliga weitergehen?
Schüller:
Die Basketball-Bundesliga muss sich unter dem Markenzeichen BBL wesentlich deutlicher in der Öffentlichkeit präsentieren. Das ist überaus wichtig. Dazu muss die Vermarktung mehr in den Vordergrund gestellt werden, damit die Liga in der Öffentlichkeit besser wahrgenommen wird.
Frage:
Wie können mehr Zuschauer – vor allem neues Publikum – in die Hallen gelockt werden?
Schüller:
Unsere Spiele in Oldenburg sind bekanntlich fast immer ausgelastet. Insgesamt können wir von Jahr zu Jahr einen immer höheren Zuschauerzuspruch feststellen. Was natürlich immer attraktiv ist, wenn es junge deutsche Spieler gibt, die für Furore sorgen. Und ich meine, dass ist das Defizit in der Liga, dass es zu wenig deutsche Spieler gibt, die überdurchschnittliches Niveau zeigen. Nur so ist eine bessere Identifikation der Fans mit den Spielern möglich.
Frage:
Was sagen Sie zur geringen Fernseh-Präsenz von Basketball?
Schüller:
Es gibt in den einzelnen Regionalprogrammen bereits Sendezeiten für Basketball, leider betrifft das vorwiegend den Süden. Das ist bedauerlich. Ein Auftrag an die öffentlichen Anstalten muss es sein, den gesamten Sport stärker zu präsentieren, und dazu gehört ganz eindeutig Basketball mit Handball auf einer Höhe.
Frage:
Plädieren Sie auch für eine Senkung der Ausländerquote?
Schüller:
Auf jeden Fall. Auch wenn wir jetzt auf vier deutsche Spieler aufstocken, so habe ich immer dafür plädiert, dass die deutschen Spieler nicht nur Bankspieler sind, sondern definitiv Spielzeiten bekommen. Es gibt viele sehr gute Beispiele wie beispielsweise in Spanien. Dort spielen weniger Ausländer, und das kommt dem Basketball gerade in der Identifikation der Fans mit den Spielern zugute. Das macht meiner Meinung nach das i-Tüpfelchen aus.