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Der 20-Jährige absolviert derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr beim TV Hude. Er ist selbst aktiver Leistungsturner und Parkour-Sportler.
von Karoline Schulz
Frage:
Parkour sieht ja ziemlich spektakulär aus: Drahtige Männer und Frauen, die sich von Haus zu Haus hangeln, senkrechte Wände hochlaufen oder mehrere Meter in die Tiefe springen. Kann das jemand, der kein Leistungssportler oder Stuntman ist, überhaupt lernen?
Beyrodt:
Klar ist Sportlichkeit hilfreich. Aber die Grundlagen des Parkour kann jeder lernen. Anfänger beginnen mit Übungen, die man auch beim Turnen macht, zum Beispiel in der Hocke über den Kasten, Balancieren auf einer umgedrehten Bank auf allen Vieren oder dem Distanzen-Springen von Linie zu Linie. In der Sporthalle schützen Bodenmatten vor Verletzungen. Im Workshop teilen wir die Teilnehmer in eine Anfänger- und eine Fortgeschrittenengruppe ein.
Frage:
Wie gefährlich sind Parkour und Freerunning? Und was ist überhaupt der Unterschied?
Beyrodt:
Beim Parkour geht es darum, möglichst effektiv von A nach B zu kommen. Freerunning baut darauf auf, bezieht aber noch spektakulärere Elemente mir ein. Verletzungen passieren dabei natürlich – am häufigsten sind Prellungen durch falsches Landen und Bänderdehnungen, die auf mangelndes Aufwärmen oder Selbstüberschätzung zurückzuführen sind.
Frage:
Gehen Sie auf das Thema ein? Wie ist der Workshop überhaupt gegliedert?
Beyrodt:
Ein effektives Krafttraining ist beim Parkour unvermeidlich, um Verletzungen vorzubeugen. Das vermitteln wir in einer Theorieeinheit. Viele Sportler wissen zum Beispiel nicht, dass tägliches Maximalkrafttraining eher zu Leistungsabfall führt oder wie wichtig die Stabilisierung der Rumpfmuskulatur ist. Thema ist außerdem die gesunde Sportlerernährung, d.h. die Versorgung mit langkettigen Kohlehydraten und Mineralstoffen, die für die Versorgung der Muskulatur und für stabile Knochen und Gelenke wichtig sind.
Frage:
Sie selbst sind Leistungsturner. Wie sind Sie zum Parkour gekommen?
Beyrodt:
Parkour und Freerunning gelten ja als moderne Form des Turnens. Der Unterschied ist, dass man beim Turnen vom Trainer gesagt bekommt, welche Übungen man machen soll, während man beim Parkour nur mit anderen Sportlern unterwegs ist und selbst entscheidet, wie man sich bewegt. Ich habe die Sportart über das Internet kennen gelernt und später beim Turnerjugendtreff einen Workshop belegt. Für mich ist Parkour eine gute Ergänzung zum Leistungssport, insofern als es vielseitiger ist.
Frage:
Soll Parkour denn nun beim TV Hude als festes Angebot etabliert werden?
Beyrodt:
Wir wollen jetzt erstmal ausloten, wie groß hier die Nachfrage ist. Mein Ziel ist es, dass meine Parkour-AG an der Peter-Ustinov-Schule auch nach meinem Freiwilligen Sozialen Jahr bestehen bleibt und vielleicht von einem der Teilnehmer weitergeführt wird.
Workshop für Anfänger und Könner
Der TV Hude
bietet am Wochenende 16./17. Mai in der Halle am Huder Bach einen Workshop in Parkour und Freerunning an. Los geht’s am Sonnabend um 10 Uhr. Teilnehmen können Jugendliche zwischen zehn und 16 Jahren; übernachtet wird in der Sporthalle.
Anmeldung
bei Daniel Beyrodt bis zum 9. Mai unter 04406/ 51 93 oder per E-Mail (
parkour-hude@arcor.de). Die Kosten betragen für Mitglieder des TV Hude 20, für Nicht-Mitglieder 25 Euro inklusive Verpflegung.