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NWZonline.de Sport

Interview Mit Christian Hillje über Esports-Ligen: „Die Resonanz aus dem Ammerland war überwältigend“

09.04.2020
Frage: Herr Hillje, Sie sind von Beruf Lehrer und in ihrer Freizeit trainieren sie die erste Herren des VfL Edewecht. Dennoch scheint Ihnen langweilig zu sein, oder?
Hillje: Von Langeweile kann in meinem Leben eigentlich gar keine Rede sein. Warum fragen Sie mich das?
Frage: Sie haben die Esports-Ammerland-Liga gegründet, und nun auch noch die Esports-Oldenburg-Liga. Wie kamen Sie auf diese Idee?
Hillje: Wir hatten uns mit ein paar Spielern aus der Mannschaft zu Beginn der Kontakteinschränkungen online „getroffen“ und ein internes Turnier erstellt. Dabei kam mir die Idee, und da ich wie bereits erwähnt zu der Zeit nichts besseres zu tun hatte, habe ich mich direkt an die Arbeit gemacht.
Frage: Wie können sich die Leute anmelden?
Hillje: Am einfachsten ist es, wenn man sich auf unserer Website das Regelwerk durchliest und die entsprechenden Videos anschaut und sich dann dort anmeldet.
Frage: Wie läuft so ein Ligaspiel ab? Spielen die Vereine so gegeneinander, wie sie es auch in der Freiluft-Saison machen würden?
Hillje: Zu einer Mannschaft gehören immer zwei Spieler – diese müssen aus demselben Verein stammen und dort einen gültigen Spielerpass besitzen. Bei der Anmeldung werden diese Spieler als Spieler 1 und Spieler 2 angemeldet. Zu jedem „Punktspiel“ eines Spieltags gehören dann zwei Einzelpartien, nämlich immer Spieler 1 gegen Spieler 1 und Spieler 2 gegen Spieler 2 der beiden Mannschaften. Am Ende werden beide Ergebnisse addiert und das Gesamtergebnis gewertet.
Frage: Wie ist die Resonanz auf Ihre Ligen?
Hillje: Die Resonanz aus dem Ammerland war überwältigend. Innerhalb von nur sechs Tagen hatten sich 26 Mannschaften angemeldet, die wir in zwei 13er-Ligen aufgeteilt haben. Obwohl für zwei Spieltage immer eine ganze Woche Zeit ist, waren die meisten Begegnungen der ersten Woche bereits nach zwei Tagen gespielt – die Jungs sind also mächtig heiß.
Frage: Die Ligen tragen bei Ihnen die Namen von hiesigen Unternehmen. Wollen Sie sich mit der E-sports-Leidenschaft der Leute die eigenen Taschen vollmachen?
Hillje: Nein, ganz und gar nicht! Für die Ammerländer Liga haben wir uns für zwei Sponsoren unseres Vereins entschieden – ohne sie vorher zu fragen. Dabei geht es uns darum, die Namen von regionalen Partnern öffentlichwirksam zu platzieren. Zugleich spielen wir von dem Startgeld Gewinne in Form von Gutscheinen aus. Diese Gutscheine werden wir ebenfalls von diesen lokalen Partnern kaufen. Kurzum: Für die Unternehmen gibt es hier nur Vorteile.
Frage: Wäre auch eine Esports-Liga-Cloppenburg denkbar?
Hillje: Gut, dass Sie das fragen. Da sich nach dem Start im Ammerland auch Cloppenburger und Oldenburger Spieler bei uns gemeldet hatten, haben wir uns überlegt, auch für diese Fußballkreise eine Liga aufzubauen. Je Fußballkreis werden wir also eine Art geschlossene Fußballliga erstellen. Dennoch wollen wir auch die Kreise miteinander vernetzen und irgendwann auch kreisübergreifende Pokalwettbewerbe ausrichten.
Frage: Das Organisieren dieser Ligen ist bestimmt sehr zeitintensiv. Wuppen Sie das alles alleine, oder erhalten Sie Unterstützung?
Hillje: Nein, alleine ist das nicht so einfach. Die Website habe ich zwar alleine erstellt und auch die Videos werden aufgrund der Kontaktsperre noch von mir alleine produziert, aber ich habe in Edewecht eine überragende Truppe und viele helfende Hände in der Organisation. Das hilft enorm, gerade wenn mein Job dann bald irgendwann wieder losgehen wird.
Frage: Glauben Sie, dass der aktive Fußballsport unter der Esports-Nummer auf Dauer leiden wird. Die Gefahr ist ja da, dass alle Welt nur noch vor der Konsole sitzt?
Hillje: Nein, das glaube ich nicht – ich glaube eher, dass Deutschland im Allgemeinen momentan eher abnimmt, als zunimmt. Schauen Sie sich nur mal die ganzen Jogger draußen an. Viele nutzen die Kontaktsperre, um täglich Sport zu treiben, da ihnen sonst die Decke auf den Kopf fällt. Dass der Bereich ESports größer wird, war meiner Meinung nach auch vor der Corona-Krise schon absehbar. Jetzt erreicht es durch die Kontaktsperre halt auch die Basis. Aber wir setzen bewusst auf die Generation 18+. Die Jugendlichen hängen schon genug vor der Konsole. Bei den Erwachsenen steht meist noch die Frau oder Freundin dahinter und treibt den Kerl dann schon vom Sofa.
Frage: E-Sport erfreut sich größter Beliebtheit. Aber Hand aufs Herz. Was ist Ihnen lieber, ein gepflegter Doppelpass auf sattem Grün, oder ein Fallrückzieher-Tor im Esports an der Konsole?
Hillje: Auch wenn wir durchaus beabsichtigen, dies zu einem langfristigen Projekt aufzubauen – den Geruch von frisch gemähtem Rasen und zwei 100 Meter auseinander stehenden Toren ersetzt die Konsole nicht. Aber jetzt können halt auch mal die Spieler aus der dritten Kreisklasse die Truppe aus der Landesliga abschießen – auch das hat seinen Reiz. Ich würde lieber Maik Koopmann vom SV Altenoythe noch einmal beim Kreisspiel tunneln, als dass ich Deutscher Meister im ESports werde.

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