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NWZonline.de Sport

„Wenn man alle Regeln befolgt, ist Apnoe-Tauchen ein sehr sicherer Sport“

22.06.2019
Frage: Wie ist Apnoe-Tauchen aus medizinischer Sicht einzuschätzen?
Klingenberg: Wenn man alle Regeln befolgt, ist Apnoe-Tauchen – bis auf die Variante „No Limits“, die ich hier herausnehmen möchte – ein sehr sicherer Sport. Außerdem hat Freitauchen eine lange Tradition. Schon die Perlentaucher – übrigens im asiatischen Bereich größtenteils Frauen – oder griechische Schwammtaucher griffen seit der Antike auf diese Technik zurück, ursprünglich also aus kommerziellen Antrieb.
Frage: Was bedeutet denn „No Limits“?
Klingenberg: Beim Apnoe-Tauchen gibt es verschiedene Disziplinen. Man kann statisch im Wasser liegen und die Luft anhalten, an einem Seil oder mit Flossen runter und rauf, aber auch Strecken tauchen. Bei „No Limits“ taucht der Sportler mithilfe eines schweren Schlittens ab und kommt aus eigener Kraft oder mit einer Auftriebshilfe wieder hoch. Diese Sportart ist sehr risikobehaftet und eine extreme körperliche Belastung, bei der im Rekordbereich Tiefen über 200 Meter erreicht werden.
Frage: Braucht man zum Apnoe-Tauchen zwingend einen Gesundheits-Check?
Klingenberg: Ja, eine Tauchtauglichkeit ist notwendig. Die Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin stellt dazu alle wichtigen Formulare und Richtlinien. Dabei gelten aktuell bei der Untersuchung noch die gleichen Richtlinien für Flaschentaucher wie für Apnoe-Taucher. Bei Flaschentauchern ist ab dem 40. Lebensjahr ein Belastungs-EKG Pflicht, um das Herzkreislaufsystem zu untersuchen. Überlegungen gehen dahin, dieses EKG beim Apnoe-Tauchen unabhängig vom Alter einzuführen, weil diese Sportart vergleichsweise belastender für den Körper ist. Unter 18 und über 40 ist zudem ein jährlicher Check-Up wichtig, dazwischen reicht dieser alle drei Jahre.
Frage: Fangen mehr Menschen mit Apnoe-Tauchen an?
Klingenberg: Ich führe rund 100 Tauchtauglichkeiten im Jahr durch. Noch vor fünf Jahren stellten sich nur vereinzelte Apnoe-Taucher vor. Mittlerweile sind zehn Prozent aller Taucher bei der Untersuchung Apnoe-Taucher. Dieser Bereich ist stark wachsend.
Frage: Welche Risiken gibt es?
Klingenberg: Ein Flaschen-Taucher taucht langsam ab und hält seine Tiefe über eine gewisse Zeit. Beim Apnoe-Tauchen gehen die Sportler innerhalb einer Trainingssession rund 15 Mal auf und ab, müssen also 15 Mal einen Druckunterschied kompensieren. Dadurch ergibt sich automatisch eine erhöhte Belastung der Lunge und des Herz-Kreislauf-Systems.
Frage: Was könnte noch passieren?
Klingenberg: Eine andere Gefahr ist der sogenannte Shallow Water Blackout, also die Flachwasser-Bewusstlosigkeit, die beim Auftauchen eintritt. Das ist auch der Grund dafür, dass man Apnoe-Tauchen unbedingt zu zweit machen soll – der Tauchpartner kommt dem aufsteigenden Taucher etwa auf der Mitte entgegen, holt ihn bei der Hälfte ab und sichert ihn dann.

Dr. Markus Klingenberg ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie in Bonn und hat unter anderem ein Zertifikat in Tauchmedizin. Der 41-Jährige empfiehlt, bei Tauchreisen eine spezielle Taucherversicherung abzuschließen, um im Notfall eine Druckkammerbehandlung zu bekommen.


 Infos unter   www.gtuem.org 
Ellen Kranz Redakteurin / Regionalredaktion
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