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Interview „Situative Ausraster wird man nie verhindern können“

Lars Pingel

FRAGE:

Wie bewerten Sie die Vorfälle während dieser Partie?

THEILE

: Die Auslegung des Regelwerks verlangt zwingend einen Spielabbruch, wenn ein Schiedsrichter tätlich angegriffen wird, beispielsweise heftig gestoßen, geschlagen, bespuckt oder massiv bedroht wird, da er bei einer Spielfortsetzung jegliche Autorität und Akzeptanz eingebüßt hätte. Insofern hat der Schiedsrichter nach meinem jetzigen Kenntnisstand absolut regelkonform gehandelt.

FRAGE:

Warum ist so ein aktueller Fall ein Thema für den Schiedsrichterlehrabend?

THEILE

: Auf jedem monatlichen Lehrabend werden grundsätzlich aktuelle Geschehnisse der letzten vier Wochen erörtert, damit für zukünftige Spielleitungen möglicherweise wertvolle Hinweise gegeben und Fehler vermieden werden können. Insofern ist ein Spielabbruch immer ein diskussionswürdiges Thema, da er nur dann vollzogen werden sollte, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind.

FRAGE:

Ist es denn ein Einzelfall, dass ein Spieler nach einem Platzverweis wieder auf den Platz zurückkommt und den Schiedsrichter tätlich angreift?

THEILE

: Ein des Feldes verwiesener Spieler darf grundsätzlich nicht mehr auf der Ersatzbank Platz nehmen und hat gemäß des Regelwerks auch den „Innenraum“ zu verlassen, was auf Kreisebene aufgrund fehlender Barrieren kaum möglich ist. Es ist bisher ein Einzelfall, und es bleibt hoffentlich auch einer.

FRAGE:

Haben Sie Angst, dass Fußballer keine Lust mehr haben, den Schiedsrichter-Schein zu machen oder dass schon aktive Schiedsrichter die Lust verlieren, wenn sie von solchen Vorfällen hören?

THEILE

: Nein! Derartige Vorkommnisse sind zum Glück eher selten und verfestigen sich daher auch nicht. Ich glaube auch nicht, dass derartige Einzelfälle ein Argument wären, nicht Schiedsrichter werden zu wollen. Jeder bereits aktive Schiedsrichter kann sich bei unseren Ansetzungen für Spielleitungen von Mannschaften, bei denen er Probleme befürchtet, blocken lassen, so dass dies für sich allein auch kein Grund wäre, die Pfeife an den Nagel zu hängen.

FRAGE:

Wie wird weiter vorgegangen, welche Strafen sind zu erwarten?

THEILE

: Der Fall geht vor das Sportgericht. Ich bin davon überzeugt, dass der betreffende Spieler eine sehr lange Sperre erhalten wird, womöglich auch vereinsintern ausgeschlossen wird. Darüber hinaus wird er sicherlich auch mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen müssen. Über das Strafmaß entscheiden die Gerichte.

FRAGE:

Haben Sie eine Idee, wie so etwas künftig verhindert werden kann?

THEILE

: Situative „Ausraster“ einzelner Spieler – und so werte ich diesen Vorfall auch – wird man nie verhindern können. Und dann hängt es von der Mentalität des Verursachers und seinem Respekt vor unserer Werte- und Normenordnung ab, wie weit er die Grenzen überschreitet. Hier sind insbesondere auch sozialkompetente Trainer und Betreuer und auch der Mannschaftsführer gefordert, etwaigen Aggressionserscheinungen rechtzeitig entgegen zu wirken. Ein Patentrezept kann und wird es nicht geben.
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