Elsfleth - Von der Ausbildungsreise ist das Segelschulschiff „Lissi“ mit den Studenten des Fachbereichs Seefahrt an der Jadehochschule in Elsfleth zurückgekehrt. Jan Beckhove hat seine Eindrücke von einem Teilstück niedergeschrieben:
„Schroffe Felsen ziehen vorbei, keine 100 Meter entfernt. Von Birken und Sträuchern bewachsen, jeweils ein einfaches oder auch luxuriöses Holzhaus auf seiner Kuppe, bilden die Felsrücken der Schären eine malerische Kulisse für den Ausbildungstörn.
Wir sind nun fast eine Woche unterwegs. Am ersten Tag, durchfuhren wir nach kurzem Festmachen auf Helgoland den Nord-Ostsee-Kanal und liefen tags darauf auf Raumschotskursen ohne Maschine, dafür jedoch mit vollen Segeln, Kalmar an. Kaum ausgeschlafen ging es am Mittag des fünften Tages weiter, um endlich einmal Stockholm anzulaufen. Und nun sind wir da.
Die Temperaturen haben sich seit dem Auslaufen aus Kiel erheblich gemindert. Mit acht Grad Lufttemperatur ist es inzwischen empfindlich kalt. Dennoch bilden sich auf dem Gangbord Gruppen, die mit heißem Kaffee in der Hand über das ruhige Leben auf einer Schäreninsel philosophieren. Der ein oder andere taxiert bereits den Preis eines solchen Objekts.
Ein Deck höher, auf der Brücke, herrscht jedoch eine andere Atmosphäre. Unermüdlich werden PI-Linien gesetzt, Tendenzen und Abstände zum gesetzten Track gemessen und Ruderbefehle gegeben. Es herrscht Anspannung, jedoch keine Hektik, denn die kleine aber feine Crew hat sich schon früh zusammengefunden und bereits in den ersten Tagen Routine entwickelt.
Bereits die erste nächtliche Revierfahrt in Kalmar erfolgte verhältnismäßig reibungslos, so dass Brückenbesatzung und Ausguck inzwischen eingespielt sind. Auch die ECDIS-Anlage wird inzwischen von allen Beteiligten beherrscht – ein unbedingtes Muss für jeden Tageskapitän, erleichtert es die Reiseplanung doch enorm. Zudem wird es zumindest bei schwierigen Passagen zum Abgleich mit den Ergebnissen aus dem Radar verwendet und sorgt so für zusätzliche Sicherheit.
So sind auch längere Revierfahrten zu meistern und wir laufen, den größten Teil der Revierfahrt schon hinter uns, Stockholm entgegen.“
