Jeddeloh/Dortmund - Lange war die Stimmung am Freitagabend im Goldnen Anker in Jeddeloh II gut. Nach und nach wurden die eher unattraktiven Lose gezogen, die Hoffnung auf einen der großen Vereine für den SSV Jeddeloh war fast greifbar. Als Losfee Palina Rojinski in der 21. Paarung endlich die Kugel mit dem Jeddeloher Logo im Inneren zog, wurde es laut im Anker. Kurze Zeit später herrschte jedoch Ernüchterung, als feststand, dass der Ammerländer Regionalligist mit dem FC Heidenheim aus der zweiten Bundesliga nicht das ganz große Los gezogen hatte. Vor allem, weil eine Paarung zuvor der FC Bayern München an den niedersächsischen Pokalsieger Drochtersen/Assel gegangen ist.

Live vor Ort im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund hatte Jeddelohs Teammanger Gerd Meyer mit einer kleinen Delegation an der Auslosung teilgenommen.

„Nach dem Länderspiel wurde es schon spannend“, sagte Meyer. Und er hatte ein gutes Gefühl. „Nach und nach sind die unattraktiveren Gegner gezogen worden. Nach der Hälfte der Auslosung dachten wir noch, dass wir gute Chancen auf ein gutes Los haben.“ Dann kam mit dem Tabellendreizehnten der 2. Bundesliga jedoch die Ernüchterung. „Nach Sandhausen war Heidenheim schon das zweitschlechteste Los, das möglich war“, haderte Meyer, der dem Spiel jetzt jedoch optimistisch entgegenschaut. „Die Chance, gegen einen Zweitligisten zu gewinnen, liegt zwar nur bei maximal zehn Prozent. Wir werden aber das Beste daraus machen und uns der Aufgabe stellen“, sagt Meyer.

Jeddelohs Spieltagsmanager Sven Schröder (links) und Teammanager Gerd Meyer im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund vor der Auslosung Bild: Privat

Jeddelohs Spieltagsmanager Sven Schröder (links) und Teammanager Gerd Meyer im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund vor der Auslosung Bild: Privat

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Kevin Samide Bild: Patten

Kevin Samide Bild: Patten

Einer der wenigen Anwesenden im Goldnen Anker, der dem Los etwas Positives zusprechen konnte, war SSV-Kapitän Kevin Samide. Für ihn wird es ein Wiedersehen mit seinem ehemaligen Teamkollegen aus Osnabrücker Zeiten, Timo Beermann, geben. „Wir haben im Vorfeld der Auslosung viel miteinander gesprochen. Mich freut es, dass ich ihn jetzt auf dem Feld wiedertreffe“, sagte der Kapitän. Auch er versucht das Beste aus der Situation zu machen. „Vielleicht können wir das Spiel jetzt sogar in Jeddeloh austragen. Dann hätten alle etwas davon. Das wird für die Spieler und das Umfeld eine tolle Partie“, ist sich Samide sicher.

In die gleiche Richtung ging die Einschätzung von Defensivspieler Bastian Schaffer. „Wir haben uns natürlich ein anderes Los erhofft. Es ist aber schon ein tolles Gefühl, dass wir es uns erarbeitet haben, in der ersten Pokalrunde antreten zu dürfen. Das wird ein geiles Erlebnis, egal, wie der Gegner heißt.“ Schaffer sieht in Heidenheim ein machbares Los. „Vielleicht haben wir in der zweite Runde mehr Losglück“, sagt der Defensivspieler mit einem Lachen.

Ein wenig enttäuscht zeigte sich auch SSV-Angreifer Mario Fredehorst. „Heidenheim ist natürlich nicht das Los, das wir uns gewünscht haben. Wir haben schon auf einen namhaften Gegner spekuliert. Wir nehmen das Los jetzt so, wie es eben ist“, sagte Fredehorst: „Jetzt wollen wir mit aller Macht in die zweite Runde einziehen. Wenn alles gut läuft, haben wir gegen Heidenheim eine Chance.“

Ein wenig auf die zweite Runde spekuliert auch Trainer Key Riebau: „Die Chance, gegen Heidenheim zu gewinne, ist natürlich größer, als wenn wir eines der Topteams der Bundesliga gezogen hätten. Wenn wir alles geben, ein bisschen Spielglück haben und alles für uns zusammenkommt, können wir die zweite Runde erreichen.“ Ein bisschen Träumen darf der Außenseiter doch immer, sagt Riebau.

Und so erlebten Spieler und Fans die Ziehung des Pokalgegners im „Goldnen Anker“ in Jeddeloh II.

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Lars Puchler
Lars Puchler Redaktion Lokalsport Ammerland