JEVER/CULLERA - Mit dem Kontakt zu Jugendlichen aus Cullera hat es zwar noch nicht so ganz geklappt. Trotzdem war der Besuch der 24 Mädchen zwischen zehn und 16 Jahren des FSV Jever in der spanischen Partnerstadt eine tolle Sache. „Die Mädels sind enger zusammengerückt und wir haben einen Beitrag dazu geleistet, die Partnerschaft zwischen Jever und Cullera zu vertiefen“, zieht FSV-Trainer Horst Reinsch Bilanz.
Das Problem beim geplanten Austausch: Auch in Spanien waren Sommerferien und die meisten Jugendlichen verreist. „Deshalb kam auch kein Freundschaftsspiel zustande“, bedauert Reinsch. Doch der Versuch, im elften Jahr der Städtepartnerschaft einen Jugendaustausch auf die Beine zu stellen, soll nicht der letzte gewesen sein: „Wir wollen spanische Jugendliche nach Jever holen, die dann in Familien untergebracht werden“, kündigt Reinsch an.
Fahne als Gastgeschenk
Der Empfang in Cullera sei jedenfalls überaus herzlich gewesen. Manuel Lopez, Ratsherr für die Städtepartnerschaften Culleras, und sogar ein Team des lokalen Fernsehens begrüßten die Gäste aus Jever auf dem Fußballplatz, wo das Team trainieren konnte – stets begleitet von der Kamera. Zwei Tage später durften sich die Mädchen dann im Fernsehen bewundern. Als Gastgeschenk überreichte Reinsch eine Stadtfahne von Jever.
Neben dem Training samt morgendlichen Laufrunden am Strand standen für die Mädchen Stadtbesichtigungen in Cullera und Valencia an. Bestens begleitet wurden sie dabei von Concha Piris und Azela Garcia.
Azela verschaffte den jungen Fußballerinnen dann auch Einblicke in die spanische Art zu feiern: Sie lud die Gruppe ein, sie im Stadtpark zu besuchen, wo Musik für Jung und Alt gespielt wird. „Wir wurden herzlich von den Leuten empfangen und die Mädels wurden gleich zum Mittanzen aufgefordert“, erzählt Reinsch.
Besonders freute ihn, dass ihm die Mädchen um Mitternacht ein Ständchen gesungen haben zum Dank für das tolle Trainingscamp.
Aufgekommen war die Idee zum Austausch nach dem Trainingscamp im vergangenen Jahr. „Wir haben uns überlegt, was wir dieses Jahr machen – dann fiel uns ein, dass wir ja eine Partnerstadt in Spanien haben”, so Reinsch.
Viele unterstützten Fahrt
Dieter Cassens von der Stadtverwaltung half, den Kontakt zur Stadt Cullera herzustellen und Fördergelder u. a. von der Philipp-Orth-Stiftung zu beantragen. Thomas Bochum vom Reisebüro Columbus besorgte günstige Flüge und Jevers Ehrenbürger Dr. Fritz Blume stattete die Mädchen mit Trikots, T-Shirts und Trainingsanzügen aus (die NWZ berichtete).
Die Partnerschaft zwischen Jever und Cullera wurde 1998 geschlossen. Seitdem reisen im Wechsel alle zwei Jahre Delegationen in die Partnerstadt. Was allerdings bisher fehlte, waren Kontakte zwischen Jugendlichen. Das wollen die Fußballer nun auf die Beine stellen.
