Jever/Schortens - Die HG Jever/Schortens ist auf der Suche nach einem Nachfolger für Trainer Henning Cassens fündig geworden. Jörg König und Enno Bruhnken werden bis zum Saisonende die Verantwortung für die Landesliga-Handballer übernehmen und versuchen, das Saisonziel Klassenerhalt zu sichern.
Beide sind beileibe keine Unbekannten bei der HG. Für Jörg König schließt sich handballerisch ein Kreis. Seine Trainerkarriere startete er bei seinem Heimatverein der SG Schortens. Zuletzt war er jahrelang Trainer bei der HSG Wilhelmshaven sowie beim Wilhelmshavener SSV, hatte allerdings aus zeitlichen Gründen nicht mehr die Verantwortung für eine Mannschaft übernehmen wollen. „Es tat mir aber in der Seele weh, zu sehen, wie es bei der HG zuletzt den Berg runter ging“, sagt Jörg König und liefert damit seinen Beweggrund, warum er seine Vorgabe, kein Traineramt mehr übernehmen zu wollen, über Bord warf.
Mannschaft soll erhalten bleiben
Ähnlich ergeht es Enno Bruhnken. Seine Vita begann vor mehr als zehn Jahren bei der SG Schortens und auch beim MTV Jever war er lange aktiv. Aktuell ist er für die Regionsliga-Handballer von Eintracht Wangerland verantwortlich. „Für mich ist es eine Herzensangelegenheit. Es ist mir wichtig, dass die Mannschaft bei der HG erhalten bleibt“, sagt Bruhnken.
Beide Trainer treten gleichberechtigt auf. „Wir haben dem Verein zu verstehen gegeben, dass wir jetzt gerne helfen, die Verantwortlichen sich aber schon Gedanken über einen Nachfolger nach der Saison machen müssen“, sagt Jörg König. „Das Ziel ist, den Klassenerhalt zu schaffen“, sagt Enno Bruhnken, der diesem Vorhaben, genau wie Jörg König gute Chancen einräumt. „Ich habe die Mannschaft gegen Wilhelmshaven gesehen“, sagt König. „Das war natürlich kein gutes Spiel, aber das Team hat bis zum Schluss gekämpft. Die Spieler wollten, waren motiviert und das ist eine gute Voraussetzung. Es sind Kleinigkeiten, an denen wir feilen müssen.“
Spielidee soll nicht geändert werden
Das Grundkonzept wollen die beiden Trainer nicht auf links drehen. Ganz im Gegenteil wollen sie die Spielidee, die Vorgänger Henning Cassens etabliert hat, fortsetzen. „Ich stehe mit Henning, den ich übrigens sehr schätze, im Kontakt. Es hätte gar keinen Sinn, jetzt alles umzukrempeln“, sagt Jörg König. „Wir haben einige Ansatzpunkte und dazu gehört sicherlich auch die Disziplin“, sagt der Trainer mit Blick auf die Flut an Roten Karten, die die Mannschaft bislang kassiert hat.
Das neue Trainergespann verschafft der HG Jever/Schortens etwas, was sie dringend nötig hat: Ruhe und Zeit. Zeit, sich in Ruhe mit der Trainerfrage weiter beschäftigen zu können. „Wir wollen den Weg für einen neuen Trainer ebnen“, sagt deshalb auch Enno Bruhnken. „Eine HG Hollywood brauchen wir dafür nicht.“
