Jever/Schortens - Über mangelnde Aufmerksamkeit hat sich bei den Handballern der HG Jever/Schortens in den vergangenen zwei Wochen niemand beklagt. Rücktritte im Vorstand, Trennung vom Trainer und eine erste Männermannschaft, die unter diesen Umständen nicht mehr spielen wollte. Viel ist geredet worden, auf unterschiedlichen Kanälen haben sich die verschiedenen Parteien geäußert. Eines bleib dabei komplett auf der Strecke: der Handball. Das soll sich nun ändern. Die Landesligatruppe wird wie geplant am Samstag um 18 Uhr zum Heimspiel gegen die SG Schwanewede/Neunkirchen auflaufen. In der Sporthalle an der Jahnstraße wird Jan Bergmann die Geschicke von der Bank aus leiten.
Mannschaft will zeigen, dass sie es kann
„Wir haben viele Gespräche geführt. Die Mannschaft wird abgesehen von einigen Ausfällen wegen Beruf, Urlaub oder Verletzung geschlossen auflaufen“, erklärt Bergmann. Sportlich verlief die Vorbereitung auf das anstehende Heimspiel zwar alles andere als normal, doch darin sieht Bergmann auch eine Chance. „Wir haben am Donnerstag gut trainiert und kennen Schwanewede aus den letzten Jahren. Vielleicht ist es ganz gut, den Gegner nicht schon im Vorfeld kaputt zu quatschen“, erläutert der Mannschaftsverantwortliche. „Dass wir Handballspielen können, wissen wir. Jetzt müssen wir uns 60 Minuten lang den Hintern aufreißen und das auch zeigen“, gibt sich Bergmann kämpferisch.
Glücklich sei die Situation nicht, aber die Mannschaft ist bereit das Beste draus zu machen. „Alles andere drum herum spielt in den vergangenen zwei Wochen eine wichtigere Rolle. Wir wollen Handballspielen, um den Rest müssen sich jetzt andere kümmern“, macht er deutlich. Er hofft, dass sein Kader stark genug ist, gegen Schwanewede zu bestehen. Verzichten muss Bergmann auf Sebastian Keib, Björn Bröckerhoff, Keno Janßen und Eric Rocker.
Entscheidungen stehen noch aus
Hinter den Kulissen versucht der Vorstand wieder Ruhe und Ordnung in die neue Situation zu bringen. So laufen aktuell Gespräche, wie es auf der Trainerposition weitergehen soll. „Da gibt es aber noch nichts, was wir sagen können“, teilt Karl-Heinz Schwarzenberger mit. Eines steht für ihn und seine Vorstandskollegen jedoch fest. Es muss irgendwie weitergehen. „Wenn wir die erste Mannschaft abmelden, haben wir für die nächsten Jahre gar nichts mehr“, erläutert er.
Die A-Jugendlichen, die in Kooperation mit der SG VTB/Altjührden spielen, würden in Varel bleiben, andere mangels perspektive aufhören. Die Zukunft würde also bei der aktuellen C-Jugend liegen, die in ein paar Jahren auf Regionsebene wieder anfangen müsste. Das sei keine Option. Vorstand und Spieler der ersten Männermannschaft sind bereit sich zusammenzuraufen und über die Zukunft zu sprechen. Wie genau diese Zukunft aussehen soll und wer künftig an der Seitenlinie stehen wird, das weiß jedoch noch niemand genau
