Jever - Tischtennis-Oberligist MTV Jever ist nach seinem Auswärts-Doppelspieltag in die Abstiegszone gerutscht. Ohne den chilenischen Topmann Nicolas Burgos verloren die Friesländer sowohl gegen den Tabellennachbarn SC Marklohe mit 3:9, als auch gegen den TSV Hagenburg (4:9) und bangen nun als Drittletzter (10:18 Punkte, Relegationsplatz) mehr denn je um den Ligaverbleib.
„Wir sind mit leeren Händen von der Mittelweser und Steinhuder Meer zurückgekehrt. Dabei sollten in den Mittelfeldduellen mit den benachbarten Rivalen von Marklohe und Hagenburg eigentlich jene Punkte eingefahren werden, die wir zum Klassenerhalt benötigten“, sagte MTV-Pressesprecher Malte Stickel. Insbesondere die internationalen Verpflichtungen von Jevers fehlender Nummer eins Burgos (Nummer 19 der Jugendweltrangliste) stellten unterm Strich ein zu große Hypothek dar, um aus den beiden Auswärtspartien etwas Zählbares mitzunehmen. Stickel: „Zwar stellten wir mit Janek Hinrichs den bestmöglichen Ersatz, dass Burgos aber nicht zu ersetzen ist, zeigte sich zunächst beim 3:9 in Marklohe.“ Ohne das Supertalent war Jevers Spitzendoppel Burgos/Fabian Pfaffe (10:3 Siege) gesprengt, die neu formierten Kombinationen Pfaffe/Florian Laskowski, Adrian Dugiel/Patrick Kohlrautz und Christian Mesler/Hinrichs wehrten sich tapfer, gingen aber allesamt leer aus. Nach einer etwas zu deutlichen 0:3-Schlappe von Pfaffe gegen Marklohes Topspieler Nicolai Marek, der Pfaffe im Hinspiel noch unterlegen war, sorgte Adrian Dugiel für den ersten Jever-Zähler – bezeichnenderweise kampflos, denn Gegner Björn Ungruhe trat aus unerfindlichen Gründen gegen den Abwehrkünstler nicht an.
Gegen Pfaffe trat Ungruhe dann an den Tisch, jedoch erwies sich Jevers neue Nummer zwei nicht nur physisch ebenbürtig, er bewies auch das stärkere Nervenkostüm und kam nach 0:1-Rückstand zu drei knappen Satzgewinnen. Den dritten Sieg für den MTV erstritt Laskowski, der mit seinem schlauen und variablen Angriffsspiel den offensivstarken Thilo Marschke (3:1) in die Schranken wies. Zu mehr Erfolgserlebnissen sollte der MTV an diesem Tag aber nicht kommen – nach drei Stunden war alles vorbei.
Sogar noch schneller war die Partie in Hagenburg Geschichte, auch wenn der MTV trotz der ungünstigen Vorzeichen kämpferisch und mutig in das Match startete. Stickel: „Dugiel/Kohlrautz kamen als Doppel drei zu einem wichtigen Sieg, Pfaffe/Laskowski und vor allem Mesler/Hinrichs agierten hingegen glücklos und bezogen knappe Niederlagen. Besonders bitter war anschließend Pfaffes 2:3-Schlappe gegen Gintautas Juchna, seines Zeichens bester Spieler der Oberliga.“ So war es abermals Dugiel, der für den ersten Einzelsieg der MTVer sorgte, als er den jungen Rimas Lesiv mit 3:2 niederrang. Überzeugend agierte auch Jevers drittes Paarkreuz mit Kohlrautz und Hinrichs, die gegen das als anfällig eingeschätzte letzte Drittel der Hagenburger zwei sichere Siege einfuhren. Dass Kohlrautz und Hinrichs kein weiteres Mal an die Tische durften, lag indes an Hagenburgs litauischer Mitte, die gegen Laskowski und Mesler in vier Matches nur einen Satzverlust zuließ. Nach Meslers 0:3 gegen Ernestas Mincevicius und gerade einmal 170 Minuten Spielzeit, war damit auch die zweite Partie des Wochenendes gelaufen.
