Jever/Varel - Die Handballer der SG VTB/Altjührden sind am Sonntag als klassenhöchstes Team ihrer Favoritenrolle beim Zweitrundenturnier in Jever gerecht geworden und haben den Einzug in die dritte Runde des HVN/BHV-Pokals perfekt gemacht. Vor 400 Zuschauern in der pickepackevollen Jahnsporthalle setzte sich der Oberligist im „Endspiel“ gegen die HG Jever/Schortens II klar mit 15:9 (8:4) durch. Nun fehlt den Varelern nur noch ein Sieg in der in Einzelspielen ausgetragenen nächsten Runde – und der anvisierte Einzug ins Final-Four-Turnier wäre perfekt.
Doch der Reihe nach: Zum Auftakt hatten die HG-Allstars, die in der Regionsoberliga zum Ball greifen, aber diverse erst-, zweit- und drittliga-erfahrene Akteure in ihren Reihen haben, mit dem Landesklassen-Spitzenreiter TS Hoykenkamp kurzen Prozess gemacht. Schon zur Pause führten sie mit 14:4 und siegten am Ende haushoch mit 30:14. „30 Hütten in 40 Minuten Spielzeit musst du erstmal machen“, freute sich HG-Torwart Holger Eilts über einen „sensationellen Turnierstart“.
Deutlich schwerer taten sich im Anschluss die Vareler, die auf Dennis Summa (Grippe) verzichten mussten, in ihrem Auftaktspiel gegen die drei Spielklassen niedriger agierenden Hoykenkamper. So lag die SG sogar zweimal mit einem Tor in Rückstand, ehe ein Zwischenspurt von 7:8 (15.) auf 16:9 (26.) für die Vorentscheidung sorgte. Am Ende siegte Varel mit 22:13.
„In der ersten Hälfte war die Mannschaft mit dem Kopf gar nicht richtig auf der Platte und hat im Angriff viel zu viel verworfen“, bedauerte SG-Trainer Christian Schmalz. Ein Sonderlob verdiente sich indes der am Sonntag bestens aufgelegte Jonas Rohde, der mit seinen zehn Treffern im ersten Spiel eine Blamage für die Vareler verhinderte.
Im „Endspiel“ vor großer Kulisse kam es dann zum Wiedersehen vieler alter Bekannter. Schließlich standen aufseiten der Gastgeber in Jan-Philip Willgerodt, Thore Linda, Jan Henrik Behrends oder Kai Behrend diverse Spieler, die in früheren Zeiten bereits das Vareler Trikot getragen hatten. Zudem traf SG-Coach Schmalz an alter Wirkungsstelle auf sein Ex-Team. Für genügend Brisanz war also gesorgt – und nicht wenige Zuschauer dürften mit einer Überraschung geliebäugelt haben. Doch es kam anders.
„Das war unsere beste Auswärtsleistung in dieser Saison“, freute sich Schmalz über den hohen Sieg seiner Vareler: „Nur neun Gegentreffer gegen diesen Gegner sind überragend.“ Großen Anteil hatte daran eine extrem kompakte 6:0-Abwehr mit einem bärenstarken Rasmus Ots (11 Paraden) dahinter im Tor.
Zwar verdiente sich im HG-Gehäuse auch Eilts bis zu seiner Auswechslung kurz nach der Pause gute Noten, doch konnte auch er nicht verhindern, dass die Jeveraner über 2:3 (8.), 3:8 (20.) und 5:11 (32.) auf die Verliererstraße gerieten. „Wir sind dennoch zufrieden“, betonte Eilts: „Die Halle war voll, und wir haben erstmals seit Jahren in voller Besetzung spielen können. Schade, dass das Endspiel nicht spannender verlief, aber Varel hat das clever gemacht.“
