Oldenburg - Die Enttäuschung über das Aus des JFV Nordwest war auch jenen Trainern anzumerken, die den Jugendförderverein von VfB und VfL Oldenburg in den vergangenen Jahren geprägt haben.
„Es ist aus verschiedensten Gründen sehr schade. Mit dem JFV haben der VfB und der VfL im Oldenburger Fußball sehr viel bewegt“, sagte Lasse Otremba am Dienstag unserer Redaktion. Der aktuelle Trainer des Oberligisten VfL (legt ab Sommer eine Pause ein) war von Anfang an beim JFV dabei, trainierte 2013 die C-Junioren, später die B- und A-Junioren und coachte diese in der einzigen Bundesligasaison 2016/17. „Das waren für uns Trainer und Spieler schon besondere Erlebnisse, wenn wir beim HSV, RB Leipzig oder Hertha BSC gespielt haben. Die Jugendleistungszentren der Bundesligisten hatten uns richtig beeindruckt. In der Jugend-Bundesliga habe ich Trainer wie Thomas Reis und Achim Beierlorzer kennengelernt“, erinnert sich 32-Jährige. Der JFV sei gut für die Zusammenarbeit im Männerbereich der beiden Vereine gewesen: „Da sind Theo Janotta und Noah Koch gute Beispiele. Sie hatten zu Saisonbeginn Verträge beim VfB und sind dann zu uns zum VfL gekommen.“
Stephan Ehlers (heute Trainer Tus Obenstrohe) war der Aufstiegscoach des JFV, der die A-Junioren in die Bundesliga führte. „Der JFV war ein Vorzeigeprojekt. Es ist sehr schade, dass das beendet werden muss“, sagte der 52-Jährige am Dienstag. Im Sinne der Talente-Ausbildung sei es „ein gutes Projekt“ gewesen, von dem VfB und VfL profitiert hätten: „Die Nachwuchsspieler konnten auf sehr gutem Niveau ausgebildet werden. Die Zusammenarbeit im JFV führte dazu, dass der VfB und der VfL ein besseres Verhältnis miteinander entwickelten und auch im Männerbereich gut zusammengearbeitet haben“, sagte Ehlers. Bis 2013 hätten sich VfB und VfL oft im Weg gestanden: „Sie haben gerade im Jugendbereich auch immer gegeneinander gearbeitet und sich gegenseitig die Talente abgeworben.“
Für Key Riebau war die Co-Trainer-Stelle von 2013 bis 2015 der Startschuss seiner Laufbahn an der Seitenlinie. „Ich finde es schade, weil so langsam sieht man ein paar Jungs, die aus dem JFV den Sprung in den professionellen Fußball schaffen werden. Vielleicht ist das ein wenig zu spät gewesen“, sagte Riebau am Dienstag.
Der 32-Jährige war danach Co-Trainer beim VfL Oldenburg sowie Chefcoach bei den beiden Regionalligisten SSV Jeddeloh und Atlas Delmenhorst, wo er vor wenigen Tagen freigestellt worden war: „Ich glaube schon, dass sowohl VfB als auch VfL vom JFV profitiert haben. Klar ist aber, dass eine Umsetzung ohne einen großen Sponsoren schwierig geworden wäre.“
