Aurich - Die Europatitelkämpfe der International Martial Arts Federation haben in Schortens stattgefunden. Die Wettkampfgruppe der Sparte Ju-Jutsu des TuS Aurich-Ost, unter der Leitung von Marek Rohl (1.Meistergrad), trat mit sechs Teilnehmerinnen an. Und die enttäuschten ihren Trainer nicht: Zwei Titel, zwei Vizetitel, ein dritter und ein vierter Platz war die Ausbeute der TuS-Kämpferinnen. Sie haben dadurch einmal mehr gezeigt, wie hochwertig die Ausbildung im Auricher Dojo ist.

Insgesamt 181 Kampfsportlerinnen und Kampfsportler maßen sich in 220 Einzelkämpfen in den unterschiedlichen Kategorien. Die aus Polen stammenden Wettkämpferinnen und Wettkämpfer galten in den einzelnen Disziplinen als Favoriten und damit als Anwärter auf den Europatitel. Den TuSlerinnen stand die Anspannung deutlich ins Gesicht geschrieben. Nunmehr galt es, im Zweikampf das Gelernte anzuwenden und die Gegnerinnen durch technisches Können und Taktik zu bezwingen.

Yasmin Park, Tomke Determann, Merle Gerdes und Emily Gerdes starteten in der Kategorie Ju-Jutsu Mixed Kumite. Die Kämpfe über drei Runden in den Techniken Atemi-Kampf, im Stand-Randori und im Boden-Randori erforderten neben einer guten konditionellen Verfassung auch ein schnelles technisches Umschalten von den Schlag- und Tritttechniken über die Wurftechniken zu den Halte-, Hebel- und Würgetechniken. Diese komplexe Aufgabe hatten die TuS-Teilnehmerinnen zuvor in ihrem Vereins-Wettkampftraining unter der Leitung von Marek Rohl immer und immer wieder geübt.

Yasmin Park startete in der Gruppe der Schülerinnen unter 14 Jahre. Die 13-Jährige, die durch ihre Teilnahmen an vorherigen Meisterschaften erfolgsverwöhnt war, setzte sich auch hier trotz Aufregung in allen Kämpfen durch. Nachdem der Kampfrichter das Kommando „Fighting Position“ gab, konzentrierte sie sich auf den unmittelbar bevorstehenden Kampf. Mit dem Kommando „Fight“ setzte sie blitzschnell das Gelernte um und gab ihren Gegnerinnen keine Chance auf Gegenreaktion. Im Atemi-Kampf überzeugte sie, trotz eingeschränkter Sicht durch den Schutzhelm, souverän mit einer Serie von Fuß- und Fausttechniken, womit sie die Kämpfe in der ersten Runde schnell für sich entschied. Immer wieder war ihre Schnelligkeit das Erfolgsrezept. Ihren Erfolgskurs beschritt sie ungehemmt auch im Stand-Randori und im Boden-Randori. Keine Gegnerin war ihrer technischen Überlegenheit gewachsen. Yasmin Park erkämpfte sich im Bereich der Schülerinnen unter 14 Jahren den Europameistertitel.

Auch Tomke Determann schlug sich in der Gruppe der Jugendlichen der Altersklasse U18 herausragend. Während sie sich im Bereich des Atemi-Kampfes mit hoher Anstrengung gegen Gegnerinnen durchsetzen musste, die ihr technisch zu schaffen machten, gewann sie jedes Stand- und Boden-Randori souverän. Gekonnt brachte Tomke Determann ihre Gegnerinnen durch eine Wurftechnik zu Boden. Im Bodenkampf nahm sie sicher eine Haltetechnik ein, die ihren Gegnerinnen keine Chancen gaben. Auch sie erkämpfte sich den Titel einer Europameisterin.

Ihre Vereinskollegin Emily Gerdes zeigte sich deutlich überlegen in ihren ersten Kämpfen, verlor jedoch den Finalkampf, sodass sie den Titel einer Vize-Europameisterin mit nach Hause nahm. Ihre Schwester Merle Gerdes machte es ihren Gegnerinnen ebenfalls nicht einfach. Mit Herz kämpfte sie für eine vordere Platzierung. Jedoch waren ihre Gegnerinnen technisch und konditionell überlegener – am Ende landete sie auf dem 4. Platz in der Gesamtwertung ihrer Gruppe.

In der Wettkampfkategorie des Jiu-Jitsu Fighting zeigte sich Selina Schreder in ihren Kämpfen sehr entschlossen. Gleich zu Beginn ergriff sie ihre Gegnerinnen, um sie mit einem Wurf und einem anschließenden Haltegriff unter Kontrolle zu bringen. Letztlich landete sie auf dem 3. Platz.

Ihre Vereinskameradin Marie Birkel erkämpfte sich in der Kategorie Jiu-Jitsu Fighting den Vize-Europameisterinnentitel. Sie setzte sich souverän in jedem ihrer Kämpfe technisch durch, verlor jedoch in den Finalkämpfen gegen eine Favoritin aus dem eigenen Land.