Warfleth - „Ich will später einmal Feuerwehrmann werden“, erklärt Justin voll Inbrunst. Der ebenfalls elfjährigen Lena machen dagegen besonders die Zeltlager viel Spaß. Carlos ist noch ganz neu dabei. Schon immer war für ihn ganz klar, bei der Feuerwehr mitzumachen, denn sein Vater gehört schließlich auch dazu. Carlos macht einfach alles Spaß: von der Theorie, über Ausflüge bis zu den vielen praktischen Übungen, die alle auf den aktiven Dienst vorbereiten. In der Gruppe, die für Warfleth im Kreisentscheid gegen sämtliche Jugendfeuerwehren der Wesermarsch antritt, macht das Trio allerdings dieses Mal noch nicht mit.
Anlässlich des 50. Geburtstages der Warflether Jugendfeuerwehr haben sich Jugendleiter Mirko Greitemeier und sein Team gewünscht, den Kreisentscheid in Ganspe auszutragen. Am Sonnabend gibt es ab 19 Uhr in der Aula der Grundschule den offiziellen Festkommers mit geladenen Gästen, bevor am Sonntag ab 11 Uhr mit einem dreiteiligen Löschangriff und einem Staffellauf um die Teilnahme am Bundeswettkampf gerungen wird.
Dafür wird seit Wochen mit der neunköpfigen Gruppe trainiert, deren Gruppenführer Kjeld Hinz ist und auf dessen Kommando die acht Kameraden hören müssen. Natürlich wird unter der strengen Aufsicht von erfahrenen Feuerwehrmitgliedern geübt, die wie Günter Flegel, Stefan Reents und viele andere Mirko Greitmeier bei der Jugendarbeit unterstützen.
Viel wichtiger als die Geschwindigkeit sind bei den Übungen immer wieder die Genauigkeit, mit der sie ausgeübt werden und der Teamgeist, erklärt Günter Flegel. Flüchtigkeitsfehler können bei echten Einsätzen lebensgefährlich sein. Alle Sprossen eines zu überwindenden Hindernisses müssen genommen werden. Exakt müssen auch die Abläufe und Meldungen sein, da es sonst im Ernstfall zu Missverständnissen kommen kann. Für Fehler gibt es Punktabzüge bei der Wertung, bei der natürlich auch Zeit eine Rolle spielt.
Robin gehört zum Team und ist mit 17 Jahren einer der ältesten Mitglieder der Warflether Jugendfeuerwehr. Er wurde vor vier Jahren von seinem Bruder Niklas für den Dienst begeistert und mag besonders die sportlichen Wettkämpfe und die Kameradschaft, die unter allen Mitgliedern herrscht. Seit einem Jahr ist Robin auch dem aktiven Dienst beigetreten, bei denen die „Neulinge“ die Feuerwehr bei Einsätzen unterstützen dürfen. Natürlich muss zuvor die Truppmannprüfung abgelegt werden. „Beim Brand der Arztpraxis war ich dann das erste Mal richtig mit dabei und habe den Kameraden zugearbeitet“, erzählt Robin, der vor zwei Jahren auch Freund Erik überzeugen konnte, sich einmal den Jugendfeuerwehrdienst am Freitagabend anzusehen.
Erik ist seitdem dabei geblieben. Er ist schon bei fünf Einsätzen mitgefahren, auf die er sich bestens durch die spielerischen, immer wieder trainierten Wettkampfübungen vorbereitet fühlte. Die richtigen Knoten zur richtigen Zeit, die Kenntnis von Rechten, Pflichten, Dienstwegen oder auch Gefahren gehören genauso wie der Umgang mit den technischen Gerätschaften und eine gewisse Sportlichkeit dazu.
Nachdem Erik im letzten Jahr die Truppmannprüfung ablegte ist für ihn klar, dass er dem ehrenamtlichen Dienst auf jeden Fall treu bleiben will. Wenn es auch schade ist, dass er im Jahr nach der Volljährigkeit die Jugendfeuerwehr verlassen muss, so ist es doch sicher ein Trost, dass er dann zu den Einsätzen im eigenen Auto vorfahren kann.
