Mannheim - Die deutschen Handballer haben Ex-Weltmeister Spanien entzaubert und einen großen Schritt in Richtung EM 2016 in Polen gemacht. Das Team von Bundestrainer Dagur Sigurdsson bleibt nach einem 29:28 (17:15) im Gipfeltreffen gegen die favorisierten Iberer in der Qualifikations-Gruppe 7 weiter ohne Verlustpunkt und übernahm mit 6:0 Zählern die Tabellenspitze vor dem ewigen Rivalen (4:2). Das Siegtor gelang Patrick Wienczek (Kiel) 90 Sekunden vor dem Ende.
Kapitän Uwe Gensheimer (8/5/Rhein-Neckar Löwen) und Niclas Pieczkowski (6/Nettelstedt-Lübbecke) besiegelten als beste Werfer der Gastgeber den Prestigeerfolg, den 11 189 Zuschauer in der Mannheimer Arena bejubelten. Bereits an diesem Sonntag (17 Uhr) steht in León das Rückspiel an.
„Heute haben wir einen großen Schritt gemacht in Richtung Europameisterschaft. Am Ende hatten wir auch ein bisschen Glück“, sagte Nationalspieler Steffen Weinhold. „Die Jungs sind hungrig und frech“, ergänzte Sigurdsson: „Wir können jetzt etwas lockerer nach Spanien fahren.“
Im ersten Pflichtspiel nach dem siebten Platz bei der WM im Januar in Katar zeigte die junge deutsche Mannschaft gegen die Routiniers aus Spanien eine über weite Strecken starke Leistung, die Hoffnung für die Zukunft macht.
Die DHB-Auswahl hat nun beste Chancen, sich für die EM-Endrunde in Polen zu qualifizieren. Die beiden besten Mannschaften jeder Staffel und der beste Tabellendritte aller Gruppen lösen die Tickets für das Turnier. Gegen Österreich und Finnland, mit denen es Deutschland Mitte Juni noch einmal zu tun bekommt, hatte das Sigurdsson-Team bereits gewonnen.
Vor dem Spiel hatte in Mannheim erstmals die neugegründete DHB-Findungskommission getagt, die die Suche nach einem Nachfolger für den zurückgetretenen Präsidenten Bernhard Bauer steuern soll. Am 26. September soll der neue Verbandsboss auf einem außerordentlichen Bundestag gewählt werden. Interimspräsident ist derzeit DHB-Generalsekretär Mark Schober.
