Kaiserhof/Aachen - Am Dienstag in Aachen, am Mittwoch auf der Jaderennbahn Hooksiel – das war sportlich für Günther Lühring: Er war mit seinem Franzosen Ricmic de Val eingeladen, am Eröffnungsabend der Chio Aachen in der Traber-Quadrille als Fahnenträger der Nationen mitzuwirken – eine besondere Ehre.

„Für mich war die Eröffnungsveranstaltung des Weltfests des Pferdesports ein Höhepunkt in meinen Pferdesportjahren“, schwärmt Lühring hinterher: Der Lokalmatador auf der Jaderennbahn und Ehrenvorsitzende des Rennvereins Hooksiel führte in der Quadrille in der Aachener Soers mit Ricmic de Val vor dem Sulky nämlich die deutsche Flagge.

Das Weltfest des Pferdesports in Aachen – die Chio – vom 16. bis 21. Juli stellt Frankreich als Partnerland in den Mittelpunkt. Deshalb besteht die Quadrille aus lauter französischen Pferden wie dem 14 Jahre alten Ricmic de Val. Zusammen sind die beiden übrigens 90 Jahre alt.

Um pünktlich in Aachen zu sein, war Lühring am Dienstagmorgen um 9 Uhr aufgebrochen – begleitet von seiner Frau Angelika und Friedrich Janssen und natürlich mit Ricmic de Val im Hänger. Rechtzeitig zum Beginn der Proben für die Quadrille um 14 Uhr hatten sie die gut 400 Kilometer nach Aachen geschafft.

Das Traber-Gespann Lühring/Ricmic war bei der Eröffnung um 20 Uhr wenige Minuten lang auf dem Turnierplatz auch im Fernsehen zu sehen, wie es seine Kreise zog. Direkt nach Ende der Eröffnungsfeier um 21.30 Uhr war das Pferd wieder im Hänger und Lühring und sein Tross machten sich auf den Heimweg. Gegen 2 Uhr am Mittwoch trafen sie müde in Kaisershof ein.

In seiner bekannten Frische und voller Tatendrang hatte Lühring – er ist immerhin 76 Jahre alt – die ganze Zeit den Auftakt der Rennsaison in Hooksiel im Kopf, für den er mit Ricmic de Val gemeldet war. Und so bereitete er zum Trabreiten in Hooksiel seinen Traber Uranus de Val für den Start um 18.10 Uhr vor – fuhr ihn danach wieder nach Hause und holte seine Traber Ricmic de Val und Milkos, mit dem er dann auch noch einen Sieg holte.

In Aachen trifft Weltklasse-Pferdesport auf eine ganz besondere Atmosphäre. Jährlich kommen rund 350 000 Zuschauer aus aller Welt. Noch bis zum 21. Juli werden bei der Chio wieder alle fünf Nationenpreise in den Disziplinen Dressur, Springen, Vielseitigkeit, Fahren und Voltigieren ausgetragen.