Kampe - Sie haben wieder alles gegeben. Die Vorfreude steigt. Nur noch knapp zwei Wochen, dann wird am 22. Oktober in Oldenburg der Halbmarathon gelaufen. Dafür trainieren die rund 20 Teilnehmer der NWZ-Aktion „Lauf geht’s“ aus der Laufgruppe Münsterland seit Anfang Mai fleißig. So auch an diesem Sonntagvormittag bei herrlichem Herbstwetter in Kampe rund um den Sportplatz.

Erstmals wurde an diesem fast dreistündigen Trainingstag (trainiert wird in der Gruppe jeden Sonntag) auch die Halbmarathon-Distanz (21,1 Kilometer) absolviert. Viermal lief die Spitzengruppe „Espresso“ in Kampe vom Sportplatz aus eine 5,5 Kilometer lange Runde. Die anderen Teilnehmer absolvierten drei bzw. etwas mehr als zwei Runden durch die malerische Landschaft. Normalerweise trainiert die gesamte Gruppe vom Lauftreff Münsterland an der Thülsfelder Talsperre, doch die Rundenlänge in Kampe passte ideal für dieses vorletzte Gruppentraining vor dem großen Lauf in Oldenburg. Trainiert werden die Männer und Frauen von Michael Landwehr (33) und Lars Jedamzik (44, beide VfL Löningen) sowie Lea Brandewie (Jahrgang 1996, BV Garrel). Alle drei sind erfolgreiche Läufer bzw. Leichtathleten. Als Ersatztrainer steht Reinhard Brandewie zur Verfügung.

„Es läuft alles sehr positiv. Die Teilnehmer sind begeistert bei der Sache und haben schon extrem gute Leistungen gezeigt, gerade, wenn man bedenkt, dass einige von ihnen vorher noch nicht mal joggen gegangen sind“, lobt Trainer Michael Landwehr. Aufgeteilt sind die Teilnehmer in drei Trainingsgruppen, von Anfänger („Latte macchiato“) über Fortgeschrittene („Cappuccino“) bis hin zu „Profis“ („Espresso“). Beim Jever-Fun-Lauf im August haben alle bereits die 10-Kilometer-Distanz gemeistert. Ein großer Ansporn.

Gestartet sind am 7. Mai 27 Teilnehmer. Nicht wenige von ihnen sind bisher gar nicht im sportlichen Sinne gelaufen. So auch Anne Drees (46) aus Friesoythe. „Ich bin sehr stolz auf mich“, sagt sie über ihre Leistungssteigerung. Sie sei durch das Training schon viel fitter geworden, habe abgenommen. „Ich finde den Aufbau des Trainings super.“ Die Gruppe motiviere zusätzlich. Für den Halbmarathon hat sie ein festes Ziel vor Augen. „Ich möchte ins Ziel kommen und unter drei Stunden bleiben.“ Doch die Anspannung ist groß: „Das ist aufregender als ein Mathe-Staatsexamen.“ Andreas Thole (39) aus Bösel („Espresso“) „wollte schon immer mal einen Halbmarathon laufen“. Gemeinsam mit seiner Frau Anja nimmt er an dem Training teil. „Ich habe mich deutlich verbessert. Mein Ziel ist 1:45 Stunde.“

Um Verletzungen vorzubeugen und auf Temperatur zu kommen, wärmt sich die Gruppe vor jedem Training akribisch auf. Fast 20 Dehn- und Stabilisationsübungen sowie ein Lauf-ABC stehen auf dem Programm, ehe es auf die Laufstrecke geht. Nach dem langen Lauf am Sonntag folgten noch Steigerungsläufe, ehe das vorletzte Training mit dem obligatorischen „Abwärmen“ ausklang. Die Laufdistanz wurde im Laufe der Monate immer weiter gesteigert. Dazu haben die Läuferinnen und Läufer individuelle Trainingspläne mit nach Hause bekommen. Der gesamte Trainingsplan für „Lauf geht’s“ wurde von Dr. Wolfgang Feil, einem der renommiertesten deutschen Sportwissenschaftler, konzipiert.

Am kommenden Sonntag wird noch einmal in der Gruppe trainiert, vor allem aber das Rennen besprochen. Dann heißt es: „Lauf geht’s“.

Sebastian Friedhoff