Friedrichsfehn - Und dann ging es blitzschnell: Mit zwei gekonnten Handgriffen schickte Ingrid Eilert den „Angreifer“ Peter Kluß auf die Matte. Einen wirklichen Überfall gab es im Friedrichsfehner Landhaus am Donnerstagabend natürlich nicht. Die Karate-Abteilung der TSG Husbäke präsentierte jedoch, wie sich auch Frauen im Ernstfall mit gekonnten Handgriffen selbst gegen bewaffnete Übergriffe wehren können.
Der 60-jährige Kluß übt bereits seit 37 Jahren die Selbstverteidigungssportart aus und hat den Rang eines Renshi – bedeutet so viel wie Experte der Übung – inne. Zudem trägt er den vierten Dan (Meistergrad). In Friedrichsfehn präsentierte Kluß sowohl seine Fertigkeit am Schwert sowie im Zweikampf.
Eine Katavorführung (Übungsform, die einen stilisierten Kampf gegen einen imaginären Gegner thematisiert) jeweils auf Schüler- als auch auf Meisterniveau bot hingegen Jörg Schmidt von der TSG. Schmidt, der den zweiten Kyu trägt, wirbelte dabei durch den Saal. In den Selbstverteidigungsübungen waren Eilert (dritter Kyu) und Kluß sowohl mit bloßen Händen als auch mit Waffen aktiv.
In der Husbäker Karateabteilung trainiert Kluß derzeit 62 Schüler. „Mit dabei sind Kinder, Jugendliche als auch Erwachsene. Die Altersspanne geht von sechs bis 58 Jahre“, erklärt der Karateka. Sowohl die Kinder als auch die Erwachsenen trainieren jeweils zweimal in der Woche in der Husbäker Sporthalle. Was man mitbringen muss, um Karate zu lernen, weiß Kluß ganz genau: „Jeder muss den richtigen Einsatz zeigen. Das ist wie bei jeder anderen Sportart auch. Wer den nötigen Willen zeigt, wird Karate lernen können.“
Doch nicht nur in Husbäke ist Kluß aktiv. Beim Sportverband IMAF (International Martial Arts Ferdertation), der in 21 Ländern mehr als 5500 Mitglieder unter sich vereint, ist der 60-Jährige der Vizepräsident des deutschen Ablegers, der IMAF Germany.
