Wesermarsch - Klasse Leistung: Die Tischtennisspieler Katja Schneider und Pierre Barghorn haben am Wochenende bei den Landesmeisterschaften in Dissen in ihrer Altersklasse jeweils den Vizetitel geholt. Die zwölfjährige Oldenbrokerin vom Elsflether TB überraschte in der Konkurrenz der B-Schülerinnen, während der 16-jährige Großenmeerer vom Verbandsligisten TV Hude II in der männlichen Jugend Klasse bewies.
In der weiblichen Jugend starteten drei Spielerinnen des Niedersachsenligisten Elsflether TB: Sarah Gnandi, Sara Radu und Mareike Schneider. Mareike hatte die Zusage erst einen Tag vor dem Turnier bekommen. Ebenso wie Sara hatte sie schon bei den A-Schülerinnen um die Landestitel gekämpft. Jetzt wagten beide den Sprung in die Jugendklasse. Allerdings verloren sie ihre drei Partien gegen starke Gegnerinnen jeweils 0:3. Sarah stand in ihrem ersten Jugendjahr kurz vor dem Einzug in die Hauptrunde. Im entscheidenden Spiel gegen Viola Blach (Braunschweig) stand es 1:1 nach Sätzen. Sarah führte im dritten Satz mit 9:7, spielte dann aber passiv und verlor mit 9:11. „Damit war der Widerstand gebrochen“, sagte Coach Heinz-Hermann Buse. Sarah schloss die Gruppe als Dritte (1:2) ab. Landesmeisterin wurde Lisa Knödel (Oker). Im Doppel schieden Sarah Gnandi/Sara Radu in der ersten Runde aus – ebenso wie Mareike mit Maira Janssen.
Katja trumpft auf
Bei den B-Schülerinnen lief Katja Schneider in ihrem zweiten Jahr in dieser Altersklasse zu großer Form auf. Die Zwölfjährige spielt in der zweiten Mädchenmannschaft des Elsflether TB in der Bezirksliga. Sie hatte ebenfalls an den Landesmeisterschaften der A-Schülerinnen teilgenommen und gab diesmal – unterstützt von ihrem Vater Bernd – in den Gruppenspielen keinen Satz ab. Das Achtelfinale gegen Dana Loockhoft (TSV Lunestedt) gewann sie ebenfalls glatt. Das Viertelfinalspiel gegen Pauline Nolte stand auf des Messers Schneide. Katja lag schon mit 1:2 Sätzen zurück, aber sie glich aus.
Im Entscheidungssatz knisterte es vor Spannung. Katja lief in der Schlussphase einem Rückstand hinterher (5:8, 8:10). Aber sie wehrte die Matchbälle ab und gewann den Satz mit 12:10. Im Halbfinale traf sie auf die nervenstarke Topfavoritin Tabea Braatz (Seelze), die erst vor Wochenfrist im Punktspiel das Elsflether Niedersachsenliga-Trio im Einzel besiegt hatte. Aber Katja setzte mit dem 13:11 im ersten Satz ein Ausrufezeichen. Tabea glich aus. Dieses Spiel wiederholte sich in den Sätzen drei und vier. In Satz fünf erwischte Katja ihre Gegnerin auf dem falschen Fuß. Sie ging 6:0 in Führung und gewann 11:3.
Im Finale traf sie auf Antonia Joachimsthaler (Laxten). Katja verlor mit 0:3. Dabei hatte sie zwei Sätze knapp abgeben müssen. „Die Luft war ein wenig raus. Katja fehlte die nötige Konzentration“, sagte Buse. Dennoch: Für ihn und Katja hatte der zweite Platz einen hohen Stellenwert. „Auf die Vizelandesmeisterschaft bin ich stolz“, sagte Katja und steckte sich hohe Ziele. „Auch in der A-Jugend möchte ich mich wieder für die Landesmeisterschaft qualifizieren. Außerdem wäre es schön, in der Niedersachsenliga zu spielen.“ Im Doppel schied sie mit Mandy Kirchhoff (Oldendorf) nach fünf Sätzen in Runde eins aus.
Ziel knapp verpasst
In der männlichen Jugend verpasste Josif Radu (TTC Waddens) den Einzug in die Hauptrunde knapp. Ausschlaggebend war das erste Einzel gegen Claas Märtens (Gümmer), in dem er eine 2:0-Satzführung verspielte. „Wenn man gegen einen gleichwertigen Gegner auch nur ein bisschen nachlässt, wird das sofort bestraft“, meinte Buse. Josif belegte mit 1:2-Siegen Platz drei.
Derweil spielte der Ex-Jader Pierre Barghorn groß auf. In der Gruppenphase bezog er zwar noch eine 0:3-Niederlage gegen Felix Wilke (Union Salzgitter). Aber als Gruppenzweiter zog er in die Hauptrunde ein. Im Achtelfinale feierte er einen 3:1-Erfolg gegen Niklas Beliaev (Neuhaus). Im Viertelfinale besiegte er den hochgehandelten Oberliga-Spieler Oliver Tüpker (Oesede) überraschend in fünf Sätzen. Im Halbfinale bezwang er dann Kristof Sek (Jever II), den er zuletzt schon zweimal niedergerungen hatte.
Im Endspiel traf er auf Cedric Meissner (Göttingen), der im Finale Daniel Kleinert (Hude), den heißesten Titelanwärter, aus dem Wettbewerb gekegelt hatte. Gegen den A-Schüler erzwang Pierre nach zweimaligem Satzrückstand den Entscheidungssatz. Doch in diesem zog er den Kürzeren. Das änderte aber nichts an seiner tollen Leistung – meinte auch der Elsflether Buse: „Pierre surft auf der Erfolgswelle. Er zeigt in kritischen Situationen die nötige Lockerheit.“ Im Doppel schied Josif mit Sinan Boge in der zweiten Runde gegen die späteren Sieger Oliver Tüpker/Nico Henschen aus. Pierre verlor das Endspiel mit Daniel Kleinert im Entscheidungssatz fünf mit 9:11.
