Friesoythe - Die Patientin mit klaffender Wunde am Kopf ist in eine Rettungsfolie eingerollt. Jan-Wilm Kollmer-Heidkamp legt sie in die stabile Seitenlage. „Gerade hinlegen ist besser“, meint Jonathan Albrecht. Recht hat er, wie die Schiedsrichterin ihnen in der Nachbesprechung mitteilen wird. Die fünf Jungs der Oberschule Lindern nehmen an diesem Mittwochmorgen am Kreiswettbewerb des Schulsanitätsdienstes in der Sporthalle Großer Kamp Ost in Friesoythe teil. Am Start sind fünf Schulen mit insgesamt zwölf Mannschaften: die Realschule Friesoythe, die Oberschule Garrel, die Johann-Comenius-Oberschule Cloppenburg, die Oberschule Lindern und die Anne-Frank-Oberschule Molbergen.

Aufgebaut worden sind zwölf Stationen: sechs Erste-Hilfe-Stationen, an denen die Schulsanitäter mit möglichen gesundheitlichen Problemen von Schülern konfrontiert werden, und sechs Spaßstationen, an denen Geschicklichkeit gefragt ist. „Wir bieten den Schülern eine Plattform, damit sie austesten können, was sie gelernt haben“, sagt Petra Oltmann, Kreisjugendleiterin beim veranstaltenden Deutschen Roten Kreuz.

Die „Patienten“ nach ihren Symptomen richtig erstzuversorgen – das ist die Herausforderung. Bei der Platzwunde am Kopf sei das relativ leicht, meinen jedenfalls die fünf Jungs des Teams Lindern II. Als Opfer stehen übrigens Friesoyther Realschüler zur Verfügung. An der zweiten Erste-Hilfe-Station gilt es, Nasenbluten richtig zu behandeln, das Szenario: Eine Schülerin hat während des Sportunterrichts einen Medizinball an den Kopf bekommen. „Wir haben Situationen, mit denen Schulsanitäter im Alltag auch konfrontiert werden können“, sagt Petra Oltmann.

Schwierig wird es an Station drei: Ein Mädchen zittert, klagt über Kopfschmerzen und hat Hunger. Für die Diagnose Unterzuckerung braucht es schon einiges Gespür, meinen auch Lena Stoff, Enya Teague, Celina Schröder und Frauke Stollmann vom Team Realschule Friesoythe II.

An der nächsten Station klagt ein Mädchen über Bauchschmerzen. Schließlich müssen die zwölf Teams noch einen Schock feststellen. Ein Mädchen fällt vom Stuhl vor aller Augen. Füße hoch, abtasten, ob sie verletzte ist, Notruf absetzen. „Alles top gemacht“, lobt Patricia Mählmann, die diese Station als Schiedsrichterin betreut, eine Gruppe. Für Unterhaltung und Abwechslung sorgen die Geschicklichkeitsspiele.

„So knapp war es noch nie“, zieht Petra Oltmann bei der Siegerehrung Bilanz des fünften Kreiswettbewerbs. Bevor sie aber die Ergebnisse verkünden kann, beglückwünscht Bürgermeiser Sven Stratmann alle Teilnehmer für ihr Engagement und wünscht, dass sie dabei bleiben.

Bei den Erste-Hilfe-Aufgaben gewann das Team der Anne-Frank-Schule Molbergen mit 118 Punkten vor Lindern IV mit 117 Punkten und Lindern III mit 116,5 Punkten. Bei den Spaß-Aufgaben belegte das Team Garrel II den ersten Platz vor Lindern V und Lindern IV.

Reiner Kramer
Reiner Kramer Redaktion Münsterland (Stv. Leitung Cloppenburg/Friesoythe)