Bösel/Petersdorf - Hände waschen, Arme und Beine auch und den Bauch natürlich nicht vergessen – zu einem fröhlichen Lied seiften sich am Mittwochnachmittag 24 Böseler und Petersdorfer Kinder in der Petersdorfer Turnhalle mit Rasierschaum ein. Damit bereiteten sich die Jungen und Mädchen auf den großen Turnspaß vor. „Turnen mit Rasierschaum“ stand nämlich auf dem Programm der Ferienpassaktionen in Bösel und Petersdorf.
Die Leiterinnen Christel Franke, Sabine Deeken und Maike Rolfes hatten dazu eine prima Rutschbahn in der Turnhalle aufgebaut. Ein Parcours aus weichen Matten wurde mit einer großen Siloplane abgedeckt und bot den Untergrund für die heitere Rutschpartie. Kindergarten- und Grundschulkinder nahmen an dem Schaumspektakel teil. Mittendrin rutschen auch Sabine Deeken und Christel Franke mit, Maike Rolfes blieb am Rand, bewaffnet mit einem feuchten Handtuch, um Seifenrest aus den Kindergesichtern zu wischen, damit der Spaß ungetrübt weiter gehen konnte.
Ein bisschen Ernster ging es da schon in der Böseler Turnhalle an der Schwimmhalle zu. Dort trafen sich 21 Kinder, um sich in Selbstbehauptung zu üben. In Rollenspielen leitete Trainer Jörg Kramer die Kinder darin an, wie sie sich in vermeintlich brenzlichen Situationen verhalten sollen. „Zum Beispiel, wie ein Kind reagieren soll, wenn es allein zu Hause ist und ein Fremder an der Tür klingelt oder wenn es einen Fremden am Telefon hat“, erklärt der Selbstverteidigungstrainer vom Deutschen Karatebund. Besonders die Körpersprache trainierten die Kinder – wie kann ich zum Beispiel mit meinem Körper ein „Nein“ noch verdeutlichen? Ganz einfach: mit weit nach vorne gestreckten Armen und einem lauten „Nein“-Ausruf.
Kramer versuchte, die Kinder auch zu sensibilisieren. „Sie wissen eigentlich schon, dass sie mit Fremden nicht mitgehen sollen. In kleinen Trainings versuche ich, sie doch zu überreden und mit mir mitzukommen. Leider klappt es immer wieder“, erklärt der Trainer. In der Gruppe wird dann besprochen, was das Kind falsch gemacht hat. Dadurch lernt nicht nur das Kind für das nächste Mal, sondern auch die Gruppe. Diese Erfahrung sei wichtig, denn Fremde, die Kinder ansprächen und versuchten, mit ihnen zu gehen, akzeptierten häufig kein Nein und versuchten, Jungen und Mädchen in Gespräche zu verwickeln.
