Barßel - „Leinen los! Schiff ahoi“, ruft die elfjährige Alina Pleis aus Barßel ihren Segelkameraden auf dem Steg des Wassersportclubs Soeste (WSC) im Barßeler Bootshafen zu. Knoten werden gelöst, der „Opti“, das kleine Segelboot der Nachwuchsskipper, wird sanft abgestoßen, und schon segelt Alina eine Runde im kühlen Nass.
Dabei sind die Gewässer rund um Barßel wie Leda, Soeste oder Barßeler Tief nicht gerade die idealen Segelreviere – im Vergleich zum Zwischenahner oder Steinhuder Meer oder der Nord- und Ostsee. „Doch es lässt sich hier auch gut Segeln. Und es ist sogar noch ein wenig schwieriger, denn hier gibt es noch die Tide mit Ebbe und Flut“, sagt Andreas Feldema von der Jugendabteilung der Barßeler Wassersportfreunde.
Jollen-Segeln erlernen
Mit Henning Schünemann und Peter Köpf bringt er Kindern von sechs bis 14 Jahren die Grundfertigkeiten des Jollen-Segelns bei. Die Segelgruppe des WSC Soeste gibt es seit der Saison 2013. Voraussetzung ist ein Schwimmabzeichen. „Spaß und spielerisches Erlernen des Segelsports stehen im Vordergrund, wenn die Jungen und Mädchen in unseren Opti-Jollen ihre ersten Erfahrungen auf dem Wasser machen“, sagt Feldema.
Die Barßeler Ausbilder, selbst erfahrene Segler, zeigen den Kindern die ersten Grundlagen im Umgang mit Pinne und Schot und die wichtigsten Knoten. Später werden alle wichtigen Segelmanöver vertieft: Wenden/Halsen, An- und Ablegen am Steg sind Schwerpunkte.
Wetterkunde wichtig
„Segeln“, ruft Peter Köpf dem siebenjährigen Henk Rolfes zu. Der Junge versucht sich gerade mit Theis Wasserthal (10) auf dem Barßeler Tief beim Wendemanöver. Just in diesem Moment kommt starker Wind auf. Aber auf dem Wasser müssen die Kinder vor allem lernen, sich anzupassen – dem Wind, der Strömung, dem Wellengang. Wichtig sei auch die Wetterkunde. „Die Natur ist immer stärker als wir Menschen. Das ist für unsere Kinder ein schwieriger Lernprozess“, sagt Köpf. Zum Segelsport gehören auch Kenterübungen. Zwar haben alle eine Schwimmweste an, doch über Bord gehen will gelernt sein, sagt Feldema. Dafür geht es im Winter mit der Optimistenjolle ins Hallenbad.
Treffen ist in der Regel ein Mal wöchentlich außerhalb der Ferien. Infos bei Andreas Feldema,
