KIRCHHATTEN - Johannes (7) holt mit dem Schläger aus, trifft den Gummiball und schleudert ihn unter dem Holzbalken auf die andere Seite des Spielfeldes. Um ihn herum spielen mehr als 30 Kinder dasselbe Spiel – Low-T-Ball, eine abgeänderte Art des Tennis. Hier wird der Ball unter einem Balken durchgespielt, statt über ein Netz, der Ball ist größer und das Spielfeld durch Holzbanden begrenzt. „Eine einfach Form, um Kinder an Tennis heranzuführen“, erklärt Heinz Borchers vom Niedersächsischen Tennisverband, der mit dem Schultennis-Anhänger am Freitag bei der Grundschule in Kirchhatten zugast war.

In Zusammenarbeit mit der TSG Hatten-Sandkrug schnupperten in der Sporthalle in Kirchhatten fast 250 Kinder in den „weißen Sport“. Heinz Borchers brachte mit seinem Schultennis-Anhänger die wichtigsten Utensilien wie Schläger, Bälle und Feldbegrenzungen mit zum Schultennis-Cup. Die Schüler spielten aufgeteilt nach Jahrgängen und Geschlecht gegeneinander die Jahrgangssieger aus, die kurz vor dem Sommerferien am Bezirksfinale in Lingen teilnehmen dürfen.

Die Initiative wird vom Kultusministerium und dem Niedersächsischen Tennisverband getragen. Im Weser-Ems-Gebiet ist das Projekt erfolgreich. „Schon mehr als zehn Prozent der Grundschulen machen in unserem Bezirk mit“, freut sich Heinz Borchers. Das Ziel: „Wir möchten Kinder an Sport, speziell natürlich an Tennis, heranführen“, sagt Andreas Hofmann, Tennis-Sportwart bei der TSG Hatten-Sandkrug und Lehrer an der Sandkruger Wallschule. Als Schiedsrichter fungierten ältere Schüler vom Schulmanagement der Wallschule.

Die Organisatoren des Tenniscups haben sich hohe Ziele gesteckt. Heinz Borchers: „Tennis ist ein Breitensport. Und mit dem Projekt in den Schulen werden alle Schüler angesprochen, unabhängig vom Einkommen der Eltern, das ist uns besonders wichtig.“ Wer nach dem Aufgalopp in der Schule noch Lust hatte, weiter Tennis zu spielen, wurde bei der TSG fündig. Am Freitagnachmittag gab es dort ein Probetraining für den Nachwuchs. „Mir hat es sehr gefallen, vielleicht werde ich auch in einen Tennisverein eintreten“, sagte Pascal (8) und sein Klassenkamerad Johannes meinte: „Da bin ich bereits.“