Rastede/Luhmühlen - Die Sicherheit von Mensch und Pferd bleibt das große Thema bei den Vielseitigkeitsreitern. Eine entschärfte Parcourslinie und nachgebende Hindernisse: Die Erinnerungen an den Unglücksfall im Vorjahr sind noch nicht verblasst, etliche Gegenmaßnahmen eingeleitet. Ein Jahr nach dem Todessturz von Nachwuchsreiter Benjamin Winter soll sich diese Tragödie bei der Vier-Sterne-Prüfung der Vielseitigkeitsreiter an diesem Sonnabend (9.30 Uhr/ZDF) in Luhmühlen beim Geländeritt auf keinen Fall wiederholen.

Nach dem Unfall des 25-jährigen Dortmunders hatte die eingesetzte Task Force der Deutschen Reiterlichen Vereinigung FN die Sicherheitsvorkehrungen nochmals überarbeitet. Einen wesentlichen Bestandteile der Maßnahmen bildete dabei die Entwicklung neuer Hindernissysteme. Jetzt werden sie zum ersten Mal im Gelände eingesetzt.

Dabei handelt es sich um Hindernisse, die nachgeben, wenn ein Pferd mit einer gewissen Kraft gegen sie prallt. „Wichtig ist dabei, dass das angestoßene Hindernisteil in einer geführten Linie nach unten wegfällt“, erläutert Torsten Schmidt, Organisationschef des Oldenburger Landesturniers. Auch in Rastede (21. bis 26. Juli) werden die klappbaren Hindernisse zum Einsatz kommen und so ein mögliches Überschlagen des Pferdes verhindern.

Bundestrainer Hans Melzer begrüßt die Neuerungen, weiß aber auch, dass „ein Restrisiko“ immer bleibt. Um dieses weiter zu minimieren haben die Verantwortlichen in Luhmühlen zusätzlich die Streckenführung grundlegend verändert. Die Geländebahn muss in diesem Jahr andersherum bewältigt werden.

Zudem wurden die Sichtverhältnisse am Wasserhindernis verbessert. Die Schlüsselstelle der Geländeprüfung muss diesmal auch später als bisher gemeistert werden, somit erst bei optimaler Betriebstemperatur der Pferde.

Doch zunächst steht in Luhmühlen (Kreis Harburg) die Dressur auf dem Programm: Dabei rangiert Doppel-Olympiasieger Michael Jung (Horb) bei der Vier-Sterne-Prüfung nach dem ersten Tag auf einem guten zweiten Platz. Der 32-Jährige kam mit Sam auf 34,2 Strafpunkte. Besser war nur der Belgier Julien Despotin mit Waldano (31,9). Die Dressur wird an diesem Freitag fortgesetzt.

Bei den parallel durchgeführten deutschen Meisterschaften liegt Doppel-Olympiasiegerin Ingrid Klimke (Münster) mit Hale Bob nach dem ersten Dressurtag ebenfalls auf dem zweiten Platz (43,6). Beste des Tages bei der Drei-Sterne-Prüfung war die Neuseeländerin Jonelle Price mit Cloud Dancer (36,8).