Klein Flottbek/Lemwerder - Auch das Deutsche Spring- und Dressur-Derby im Jahre 2019 wird in die Geschichtsbücher des Hofes Sosath als seitenlanges Erfolgskapitel eingehen. Springreiter Hendrik Sosath aus Lemwerder verpasste am Sonntag im 90. Deutschen Springderby in Klein Flottbek (Hamburg) zwar den ganz großen Wurf. Aber vor 25 000 Zuschauern durfte er sich mit der selbstgezogenen Oldenburger Stute Lady Lordana immerhin über eine Platzierung freuen. Zwölf Fehlerpunkte und 157,71 Sekunden bedeuteten Rang elf. Damit nicht genug: Sosaths Schwester Janne Sosath-Hahn hatte in Klein Flottbek in der großen Tour der Amateur-Trophy ebenfalls überragende Leistungen gezeigt.

Aber der Reihe nach: Hendrik Sosath hatte schon einen herausragenden Turnierstart erwischt. Im Auftaktspringen platzierte er Casino Berlin mit einer Nullrunde in 65,23 Sekunden auf Rang vier. In der Youngster Tour für achtjährige Pferde leistete er sich mit Casalido einen Abwurf. Das bedeutete Platz 15.

Im ersten Qualifikationsspringen zum Hamburger Derby präsentierten sich Sosath und seine Pferde in Galaform. Mit Lady Lordana belegte er Rang acht in fehlerfreien 82,75 Sekunden. Mit Quel Chanel preschte er bis auf Rang zwei vor (77,82 Sekunden). Nur Benjamin Wulschner (Bangkok Girl) war schneller. Sosath hatte als letzter Starter mit einem ebenso souveränen wie forschen Auftritt geglänzt.

Tags drauf folgte das nächste Erfolgserlebnis. Mit Casino Berlin landete er in der Classic-Tour (CSI4*) auf Rang vier. Und Sosath hielt das hohe Niveau: Am Freitag belegte er in der Zwei-Phasen-Sprinprüfung für Achtjährige über 1,40-Meter-Hindernisse mit Casalido Rang zehn in einem starken Starterfeld.

Direkt im Anschluss bestätigte Sosath die herausragenden Eindrücke der ersten Prüfungen. Mit Lady Lordana freute er sich in der zweiten Qualifikation für das Hamburger Derby erneut über eine Nullrunde. 103,34 Sekunden in einem Springen über 1,50 Meter hohe Hindernisse bedeuteten Rang fünf. Die beiden hatten sogar lange geführt. Nur sieben Paare waren fehlerfrei geblieben. Mit Quel Chanel verpasste er eine Platzierung. Die Zeit war herausragend (99,64 Sekunden), allerdings hatte sich das Paar zwölf Fehlerpunkte eingehandelt. Bis zum Wall hatte noch alles gut ausgesehen.

Am Samstag ließ Sosath mit Casino Berlin in einer internationalen Sprinprüfung mit Stechen (CSI4*) das nächste Erfolgserlebnis folgen: Mit einer Nullrunde (42,69 Sekunden) sprang für das Duo aus der Wesermarsch Rang fünf heraus. Fazit: eine überragende Woche.

Auch Janne Sosath-Hahn begann die Derby-Woche mit einem guten Auftritt. Sie belegte mit Cadora in der ersten Prüfung der Amateur-Trophy in fehlerfreien 53,43 Sekunden Rang sechs. Mit dem etwas übermotivierten Casirus musste sie zwei Abwürfe hinnehmen (Rang 25).

Aber am Samstag warf die Lemwerderanerin noch ein paar Briketts mehr ins Feuer. Sie gewann die Zwei-Phasen-Springprüfung der Amateur-Trophy mit Cadora in fehlerfreien 31,53 Sekunden und verwies die Schwedin Ulrika Sanny (Vanilla Z, 31,91 Sekunden) auf Platz zwei. Mit Casirus hatte sie sich einen Abwurf geleistet (34,47 Sekunden/Rang 14).

Damit nicht genug: In der dritten Prüfung waren Cadora und Janne Sosath-Hahn endgültig eine Klasse für sich. Mit einer Nullrunde schnappten sie sich den Sieg in 55,05 Sekunden. Sie waren über eine Sekunde schneller als die Zweitplatzierte Sofie Svensson aus Schweden (56,06 Sekunden). Dass sie sich mit Casirus erneut einen Abwurf geleistet hatte und wiederum auf Rang 14 landete (56,35 Sekunden) konnte Janne Sosath-Hahn locker verkraften.

Wolfgang Grave
Wolfgang Grave Redaktion Nordenham (Lokalsport)